Login
Gartenexpertin

Eine ganz große Leidenschaft

Quitte Schirmer
Thumbnail
Anna Knon, Wochenblatt
am
05.10.2017

Regensburg - Monika Schirmer dürfen wir als „Frau Quitte“ bezeichnen; das hat sie uns erlaubt.

Bereits vor 16 Jahren hatten wir von ihr im Wochenblatt Rezepte und Informationen sowie praktische Tipps zur Quitte veröffentlicht – in einer Zeit, als die goldgelbe Frucht noch ein Schattendasein fristete.

Wir haben Monika Schirmer gefragt, wie sie eigentlich zu dieser Leidenschaft kam: „Eine Nachbarin schenkte mir 1970 einige Quittenfrüchte und die haben mich von Anfang an begeistert, Form und Duft haben mich richtig in ihren Bann gezogen“, erzählt sie. „1980 haben mein Mann Gustl und ich dann die erste Quitte in unserem Garten gepflanzt und dann wurden es immer mehr.“

Von anfänglich einzelnen Vorträgen bei Obst- und Gartenbauvereinen in ihrer Heimatregion wurde Schirmer rasch zur gefragten Expertin, die bei Obstausstellungen viele Quittensorten präsentieren und damit veranschaulichen konnte, dass man mit der landläufigen Unterscheidung Apfel- und Birnenquitte der Sortenvielfalt absolut nicht gerecht wird. Mit den Jahren hatte Monika Schirmer nicht nur die „Quitten-Szene“ belebt, sondern auch einen riesigen Fundus an Rezepten gesammelt, denn in ihrer Küche hat sie unentwegt mit Quitten experimentiert, probiert und verfeinert. Und nach der Arbeit in der Küche hat sie nächtelang Bücher gelesen und später im Internet über die Quitte recherchiert. Zusammengetragen hat sie all ihr Wissen und die Fundstellen in Büchern und Dokumenten in einem Buch, das jetzt in der 6. Auflage erschienen ist (siehe Buch zum Thema). Schirmer: „Aus dem Hobby wurde eine ganz große Leidenschaft!“

So mühsam es anfangs war, Quittenbaumbesitzern den Wert der Quitte näher zu bringen und die Begeisterung für die Frucht zu wecken, so sehr freut sie sich jetzt darüber, dass die Quitte altes Kulturgut, als Heilmittel und als köstliche Bereicherung in Garten und Küche wieder geschätzt wird. Dazu ein Auszug aus Schirmers Buch: „In Deutschland werden derzeit ca. 50 bis 100 offizielle Sorten und Findlinge angebaut. Sortensammlungen, Quitten- und Lehrwiesen, und Quittenlehrpfade wurden angelegt. Größere Bestände gibt es derzeit in Wurzen, Veitshöchheim, Geisenheim, Deutenkofen, Astheim, Dillingen und Regensburg; Bayern ist wohl führend. Immer mehr Baumschulen erweitern ihr Angebot. Eine besondere Stellung nimmt das „Fränkische Rekultivierungsprojekt alter Quittensorten – Mustea – in Astheim im Landkreis Kitzingen, ein.“

Quitten-„Bibel“

Quittenbuch

Buch zum Thema:
Monika Schirmer aus Regensburg kann man getrost als die Quitten-Expertin im deutschsprachigen Raum schlechthin bezeichnen. Jetzt gibt es ihr Buch „Die Quitte – eine fast vergessene Obstart“ in der 6. Auflage, neu überarbeitet. Von Pflanzenkunde über Kulturgeschichte, Heilkunde bis hin zu einem umfangreichen Rezeptteil ist in dem Buch alles rund um diese besondere Obst­art enthalten. Auf allein rund 250 Seiten werden Tipps zur Zubereitung und Vorratshaltung sowie zum Frischverzehr gegeben. Wer Quitten mag, ist mit diesem Buch bestens bedient, aber Achtung: Es besteht Ansteckungsgefahr mit dem „Quitten-Virus“
Die Quitte – eine fast vergessene Obstart, von Monika Schirmer, 384  Seiten, fest gebunden, 99 Farbfotos und zahlreiche s/w-Abbildungen, 39,90 €,
IHW-Verlag, Postfach 1119, 85378 Eching, ISBN 978-3-930167-75-3

Auch interessant