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Garten

Nützliche Fliegen im Wespenkostüm

von , am
06.08.2015

<b>München</b> - Schwebfliegen und ihre Larven sind im Garten wichtige Nützlinge.

© Bayerische Gartenakademie
Schwarz-gelb gestreifte Fluginsekten werden auf den ersten Blick oft für Wespen gehalten. Doch manche Insekten nutzen das „Wespenkostüm“ nur als Täuschungsmanöver zur Abschreckung vor Fressfeinden - man spricht dann von Mimikry. Wenn man jedoch den Flugstil der Insekten beobachtet, wird klar, dass es sich um Schwebfliegen handelt.
Durch den schnellen Flügelschlag scheint es, als ob sie an einer Stelle schweben, um im nächsten Moment den Standort zu wechseln. Das Fehlen der Wespentaille, des zweiten Flügelpaares und die kurzen Fühler sind weitere Unterscheidungsmerkmale zwischen Schwebfliegen und Wespen. Die Nahrung erwachsener Schwebfliegen besteht aus Pollen und Nektar. Deshalb spielen sie bei der Blütenbestäubung eine wichtige Rolle. Im Sommer sind sie häufig auf Dolden- und Korbblütlern sowie auf Hahnenfuß- und Rosengewächsen zu finden.
Im Garten nützlich ist die grünlich bis gelblich gefärbte, manchmal fast durchsichtig erscheinende Larve der Schwebfliege. Obwohl Schwebfliegenlarven blind sind und keine Füße besitzen, können sie ganze Pflanzen nach Blattläusen, Blutläusen, Räupchen, kleinen Käferlarven und Spinnmilben absuchen. Während des Larvenstadiums verzehren sie mehrere hundert Schädlinge.
Schwebfliegen sind von Ende März bis in den September hinein in den Gärten anzutreffen. Die Weibchen legen mehrere Hundert Eier am liebsten inmitten von jungen Läusekolonien. Nach etwa acht bis 15 Tagen Entwicklungszeit verpuppen sich die Larven. Diese tropfenförmigen Puppen kleben häufig an Blattunterseiten. Nach weiteren sieben bis 14 Tagen schlüpfen schließlich junge Schwebfliegen, von denen die Weibchen bald wieder neue Eier in der Nähe von Blattlauskolonien ablegen. Jedes Jahr gibt es bis zu fünf Schwebfliegen-Generationen.
Schwebfliegen fördert man, indem man ihre „Lieblingspflanzen“ wie Korbblütler, Fenchel und andere Dillgewächse in den Garten pflanzt. Auch weitere nützliche Insekten werden sich einfinden, um das Schädling-Nützling-Gleichgewicht zu erhalten. Am besten verzichtet man auf Bekämpfungsmaßnahmen gegen Blattläuse, denn jeglicher chemische Pflanzenschutz stört nicht nur die empfindlichen Schwebfliegenlarven, sondern das ganze natürliche Gleichgewicht. Mechanische Maßnahmen wie z. B. das Abstreifen der Schädlinge mit dem Finger sind meist ausreichend.
Isolde Keil-Vierheilig
Bayerische Gartenakademie
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