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Gesundheit

EU will Acrylamid in Lebensmittel reduzieren

Brotlaib
aiz
am
24.07.2017

Brüssel - Die krebserregende Substanz entsteht bei Zubereitung unter hohen Temperaturen.

Die EU-Mitgliedstaaten haben dem Vorschlag der Europäischen Kommission über neue Vorschriften zur Senkung des Acrylamidgehalts in Nahrungsmitteln zugestimmt. Für Lebensmittelunternehmern sollen somit verbindliche Regeln gelten, um die Konsumenten vor dem nachweislich krebserzeugenden Stoff zu schützen. Acrylamid entsteht bei der Zubereitung unter hohen Temperaturen - beispielsweise beim Braten, Frittieren, Rösten und Backen - aus natürlich vorhandenem freien Asparagin (einer Aminosäure) und Zuckern, vor allem in Produkten auf Kartoffel- oder Get reidebasis sowie in Kaffee und Kaffeeersatz. Deshalb soll beispielsweise der Verkauf von verbranntem Brot künftig verboten werden, da darin mit hoher Wahrscheinlichkeit die krebserregende Substanz enthalten ist.

"Wir haben einen wichtigen Schritt zum Schutz von Gesundheit und Wohlergehen der Bürgerinnen und Bürger getan. Die neue Verordnung wird nicht nur zur Reduzierung des Gehalts dieses krebserzeugenden Stoffs beitragen, sondern auch verstärkt dafür sensibilisieren, wie die Exposition gegenüber diesem Stoff vermieden werden kann, zu der es häufig beim Kochen zu Hause kommt", erklärte der EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Vytenis Andriukaitis.

Die EU-Kommission beteuerte, dass die vorgeschlagene Verordnung weder Pommes Frites, gerösteten Kaffee oder knuspriges Brot vom Speiseplan löscht. Die Lebensmittelunternehmen sollten aber dazu angehalten werden, Acrylamid zu senken beziehungsweise Lebensmittel nicht verbrennen zu lassen. Bisherige freiwillige Maßnahmen seien nicht konsequent umgesetzt worden, so die EU-Kommission.

Der Vorschlag wird nun dem Rat und dem Europäischen Parlament vorgelegt, die vor der endgültigen Annahme durch die Kommission drei Monate Zeit für dessen Prüfung haben. Die Verordnung könnte voraussichtlich im Frühjahr 2018 in Kraft treten.

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