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Lebensmitttelskandal

Mit Fipronil belastete Eier sind nach Bayern gegangen

Eier Holland
von , am
03.08.2017

München - In Lieferungen von Eiern aus den Niederlanden nach Deutschland wurden vergangene Woche Rückstände des Insektizids Fipronil gefunden. Das hat die niederländische Lebensmittelkontrollbehörde (NVWA) bekannt gegeben. Deshalb wurden rund 180 Legehennenbetriebe gesperrt. Mittlerweile sind auch deutsche Eiererzeuger betroffen.

In Deutschland sind die belasteten Eier vor allem in Nordrhein-Westfalen und in Niedersachsen verkauft worden. Aber auch Bayern ist betroffen: Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat gestern bekannt gegeben, dass Lieferungen nach Bayern erfolgt sind. Danach handelt es sich um Eier mit den folgenden Printnummern: 1-NL-4331901, 1-NL-4035701, 1-NL-4339912, 1-NL-4339301. Diese sollten vorsorglich nicht konsumiert werden.

Insgesamt dürfte es sich um etwa 2,1 Millionen Eier handeln, die in den deutschen Handel gelangt sind. Laut EU Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel könnten auch Frankreich, Italien und Polen von verunreinigten Eiern und Eiprodukten betroffen sein.

Laut einem Bericht in der Zeitung „De Volkskrant“ wird derzeit untersucht, ob belastete Eier möglicherweise schon seit Jahren verkauft worden sind. Das Insektizid kam vermutlich über das Desinfektionsmittel Dega 16 in die Betriebe. Das Mittel war unzulässiger Weise mit Fipronil vermischt worden.

Skandal hat sich auf Deutschland ausgeweitet

Laut dem niedersächsischen Landwirtschaftsministerium hat ein niedersächsischer Betrieb mit 40.000 Freilandlegehennen aus dem Landkreis Bentheim Selbstanzeige gestellt, dort wurden auch Fipronil-Rückstände gefunden. Vier weitere niedersächsische Betriebe wurden offenbar auch mit dem Desinfektionsmittel beliefert und sind derzeit gesperrt.

Im Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung hatte Friedrich-Otto Ripke, Vorsitzender des Vereins für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (KAT), berichtet, dass Dega 16 auch an einen belgischen und vier deutsche KAT-Mitgliedsbetriebe geliefert worden sei. Er sagte: „Den Legehennenhaltern ist absolut kein Vorwurf zu machen. Hier war an anderer Stelle kriminelle Energie im Spiel“. KAT überprüfe derzeit, ob von den Betrieben erzeugte Eier mit Fipronil belastet seien.

Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung teilte mit, dass die bislang gemessenen Fipronil-Werte beim Verzehr für Erwachsene nicht gefährlich seien. Für Kinder sei ein gesundheitliches Risiko jedoch möglich.

Fipronil ist ein Phenylpyrazol und wird vielfach als Pflanzenschutzmittel und Biozid genutzt. In der Tiermedizin wird es als Mittel gegen Flöhe und Zecken bei Hunden und Katzen eingesetzt. Die Anwendung bei lebensmittelliefernden Tieren ist nicht erlaubt. Fipronil darf nicht in der Erzeugung von Lebensmitteln eingesetzt werden. Deshalb müssen alle damit belasteten Erzeugnisse, unabhängig von der Höhe der Belastung, aus dem Verkehr genommen werden.

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