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Qualität und Sicherheit

QS-Labore auf dem Prüfstand

Labortest
pd
am
06.07.2017

Bonn - Im QS-Laborkompetenztest müssen die teilnehmenden Labore ihre Fähigleiten nachweisen. Der vorliegende Duchgang zeigt: Die Berichterstattung hat sich verbessert, dennoch gibt es noch Optimierungspotential.

„Der QS-Laborkompetenztest ermöglicht es den Laboren Probleme und Fehlerquellen zu identifizieren und so die Qualität der Analysen kontinuierlich zu verbessern“, erklärt Dr. Gustav Offenbächer, Sachverständiger für Rückstandsanalytik und Qualitätskontrolle. Die Tests sind ganz gezielt so angelegt, dass Schwachstellen aufgedeckt und abgestellt werden können. Dies belegt einmal mehr das Ergebnis des diesjährigen Frühjahrstests: Zwar bestanden 71% der anerkannten Labore den Test, völlig fehlerfrei waren jedoch nur gut ein Drittel dieser Labore. QS-anerkannte Labore schnitten dabei erheblich besser ab als Labore im Anerkennungsverfahren.
„Mit dem Laborkompetenztest müssen die Labore regelmäßig nachweisen, dass sie ihre Leistungen nachhaltig und auf einem einheitlich hohen Niveau erbringen können. Ohne eine stetige Weiterentwicklung ihrer Analytik ist ein erfolgreiches Bestehen des Tests dauerhaft in Frage gestellt“, erläutert Offenbächer. „Auf der anderen Seite unterstützt der Test aber auch das hausinterne Qualitätsmanagement der Labore. Defizite werden offengelegt und können im Nachgang behoben werden.“ Mit der Übermittlung der Testergebnisse werden die Labore aufgefordert, zu festgestellten Defiziten Stellung zu nehmen und sie umgehend aufzuarbeiten. Beim jährlichen Laborleitertreffen werden die aufgetretenen analytischen Problemfälle aus den Testmaterialien dann in großer Runde diskutiert.

Noch Luft nach oben

In dem aktuellen Test stellte die Quantifizierung der Wirkstoffe innerhalb einer komplexen Probenmatrix wie Wirsing die Teilnehmer vor besondere Herausforderungen. In der Multimethode bereiteten vor allem die Wirkstoffe Fluazifop und Omethoate Schwierigkeiten. Die sehr polaren Pestizide (Chlorat, Perchlorat), die mit Sondermethoden zu bestimmen sind, lieferten ein ähnliches Bild. „Die Analytik dieser Stoffe ist allgemein anspruchsvoll und erfordert eine entsprechende Erfahrung der Labore unter Berücksichtigung von Matrixeinflüssen auf die eingesetzten Trenn- und Detektionssysteme“, so Offenbächer. „Der Anspruch muss sein, auch in schwierigen Matrices alle Wirkstoffe zu finden und richtig zu quantifizieren. Dass das geht, haben im aktuellen Test 21 Labore be-wiesen, die alle Anforderungen vollumfassend erfüllt haben. Letztlich können die Tests und ihre Ergebnisse allen Laboren Verbesserungspotential aufzeigen“, resümiert Offenbächer den Frühjahrstest.
Original-Prüfberichte noch ausbaufähig
Zum wiederholten Mal wurde mit der Übermittlung der Ergebnisse auch ein Original-Prüfbericht vom Labor angefordert. Die Angaben im Prüfbericht sind wichtig für die Interpretation der Ergebnisse durch den Auftraggeber. In vielen Bereichen – zum Beispiel bei den Angaben zur Verkehrsfähigkeit und zur ARfD-Auslastung - hat sich die Berichterstattung bereits verbessert. Es besteht aber weiterhin Optimierungspotenzial. Bei 73 Prozent der Labore fehlte mindestens eine der geforderten sieben Angaben.

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