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Verbraucherverhalten

Snackgemüse statt Schokoriegel

pd
am
18.05.2016

München - Wie lässt sich das Verbraucherverhalten lenken? Landfrauen positionieren sich.

Süße Verführungen im Kassenbereich der Supermärkte, farbige Bewertungen von Inhaltsstoffen mittels Ampelkennzeichnung, Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche - das Verhalten der Verbraucher in Sachen Ernährung lässt sich auf verschiedene Weise beeinflussen.

Die Landfrauen im Bayerischen Bauernverband nehmen die aktuelle Einführung der Besteuerung von zuckerhaltigen Lebensmitteln in Großbritannien zum Anlass, diese Lenkungsmöglichkeiten hin zu einem gesundheitsförderlichen Verhalten zu bewerten. „Eine Lenkungssteuer, wie sie Großbritannien gerade auf zuckerhaltige Lebensmittel einführt, lehnen wir ab“, sagt Landesbäuerin Anneliese Göller und begründet dies mit einem Eingriff in die persönliche Freiheit des Verbrauchers. „Wir ändern unser Verhalten langfristig nur, wenn wir einen persönlichen Nutzen sehen und Zusammenhänge verstehen.“ Außerdem könnten nicht alle Verbraucher in gleichem Maße höhere Preise aufbringen - der Kauf von so genannten „unerwünschten Gütern“ sei daher vom Budget der Verbraucher abhängig.

Auch die Ampelkennzeichnung von Produkten bewerten die Landfrauen kritisch. „Wir sehen die Gefahr der starken Vereinfachung und lehnen diese ab“, betont die Landesbäuerin. Eine Kennzeichnung mittels Farben könne eine sinnvolle Lebensmittelauswahl, wie sie für eine ausgewogene Ernährung nötig ist, nicht ersetzen. Schließlich gehe es auch um die Häufigkeit, mit der bestimmte Produktgruppen verzehrt werden. So würden wertvolle natürliche Lebensmittel wie Butter oder Pflanzenöl zu Unrecht diskriminiert werden.

Im Lebensmitteleinzelhandel gilt das so genannte Nudging als Lenkungsmittel - durch gezielte Positionierungen im Markt werden Verbraucher auf einzelne Produkte besonders aufmerksam gemacht. Diese Maßnahmen ließen sich nutzen, um eine abwechslungsreiche Ernährung zu vereinfachen. „Wir wünschen uns im Kassenbereich mehr Snackgemüse statt Schokoriegel“, sagt Göller.

Was Hänschen nicht lernt - die Landfrauen setzen sich zudem klar für die Vermittlung von Alltagskompetenzen im Schulunterricht aller allgemeinbildenden Schulen ein. „Eine frühzeitige Ernährungsbildung ist die beste Grundlage, um bereits jungen Verbraucher eine gesunde und ausgewogene Ernährung näher zu bringen.“ Das hauswirtschaftliche Verständnis sollte den Lehrkräften durch Aus- und Fortbildungen vermittelt werden. Externe Fachkräfte mit hauswirtschaftlichem und landwirtschaftlichem Hintergrund könnten die Ernährungsbildung im Schulunterricht ergänzen. Dabei sollten etablierte Programme wie „Landfrauen machen Schule“ weitergeführt werden.

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