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Arbeitssicherheit

Worauf ein Ausbildungsbetrieb achten muss

Lehrlinge auf Traktor
SVLFG
am
15.05.2017

Bayreuth/Landshut - Junge Berufseinsteiger und Jugendliche in der Berufsausbildung als Land- oder Forstwirte sind aufgrund mangelnder Erfahrung und größerer Risikobereitschaft überproportional häufig an Arbeits- und Verkehrsunfällen beteiligt.

Mit 18 Jahren sind Jugendliche zwar volljährig, müssen auf dem Weg zum Erwachsenwerden aber noch Erfahrungen machen und ihre Position in Schule und Beruf finden. Jugendliche sollen ihre Ausbildung sicher durchlaufen und gleichzeitig fundiertes Wissen über Arbeit und Gesundheit erwerben. Dieses Wissen wird entscheidenden Einfluss darauf haben, ob sie den Anforderungen der modernen Arbeitswelt gewachsen sind.

Da diese Kenntnisse in unserem dualen Ausbildungssystem nicht nur theoretisch vermittelt werden, ist eine Kooperation zwischen Schule und Betrieb ebenso erforderlich wie die Zusammenarbeit zwischen den für Bildung und Prävention Verantwortlichen. Dem Ausbilder im Ausbildungsbetrieb kommt im Umgang mit jungen Menschen eine besondere Fürsorge- und Aufsichtspflicht zu.

Gefährdungen beurteilen

Arbeitgeber müssen zur Verringerung des beruflichen Unfall- und Gesundheitsrisikos eine Gefährdungsbeurteilung durchführen und sie fortwährend aktualisieren.

Dies geben das Arbeitsschutzgesetz und verschiedene Verordnungen, wie zum Beispiel Gefahrstoffverordnung, Biostoffverordnung, Betriebssicherheitsverordnung, vor. Mit Hilfe der Gefährdungsbeurteilung sollen die Betriebs- und Arbeitsabläufe durchleuchtet und optimiert, das heißt sicher gestaltet werden. Hierbei sind die individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten der Mitarbeiter zu berücksichtigen und mit einzubeziehen.

Ziel ist es auch, bei den Auszubildenden in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Gartenbau die Arbeit sicher und ergonomisch zu gestalten. Steigende Anforderungen wie Komplexität der Arbeit, zunehmende Verantwortung sowie Zeit- und Termindruck führen häufig zu Stress und hohen psychischen Belastungen mit gesundheitlichen Folgen für die Betroffenen.

Der Betriebsunternehmer als Betriebsleiter des Ausbildungsbetriebes hat somit im Rahmen der gesetzlich geforderten Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung nicht nur die allgemein gültigen Gefahren zu beurteilen, sondern muss auch die psychischen Belastungen in der Gesamtbeurteilung berücksichtigen. Für die Erstellung der Gefährdungsbeurteilung steht ihm eine Handlungshilfe zur Verfügung.

Nach dem Arbeitssicherheitsgesetz ist jeder Unternehmer verpflichtet, für alle Mitarbeiter eine sicherheitstechnische und arbeitsmedizinische Betreuung sicherzustellen. Er hat die Wahl, eine eigene Fachkraft für Arbeitssicherheit auszubilden und einen Arbeitsmediziner zu beauftragen, einen sicherheitstechnischen und arbeitsmedizinischen Dienst zu beauftragen oder alternativ am so genannten LUV-Modell teilzunehmen.

Eignung eines Auszubildenden vor Aufnahme der Ausbildung feststellen

Unter Eignung wird sowohl die körperliche als auch die geistige und charakterliche Eignung verstanden. Bei Jugendlichen wird diese im Allgemeinen durch eine Eignungsuntersuchung nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz festgestellt. Bei volljährigen Auszubildenden kann die körperliche Eignung beispielsweise durch eine Untersuchung nach dem arbeitsmedizinischen Grundsatz G25 „Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten“ festgestellt werden.

Hiervon unberührt ist die arbeitsmedizinische Vorsorge vor Aufnahme der Ausbildung. Weitere Informationen finden Sie hier.

Die einzelnen Arbeitsaufgaben des Auszubildenden sind in einem Rahmenplan festgelegt und können somit bereits im Vorfeld im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt werden. Die Präventionsmitarbeiter der SVLFG unterstützen den Ausbildungs-/Betriebsleiter bei Bedarf.

Anerkennung als Lehrbetrieb

Neben den betrieblichen Einrichtungen, den technischen Arbeitsmitteln, dem Umgang und der Lagerung von Gefahrstoffen, sowie der Persönlichen Schutzausrüstung wird in den Lehrbetrieben ein besonderes Augenmerk auf die Einhaltung des staatlichen Arbeitsschutzes gelegt. Hierzu zählen nicht nur die genannten Punkte Gefährdungsbeurteilung, sicherheitstechnische- und arbeitsmedizinische Betreuung und arbeitsmedizinische Vorsorge, sondern auch regelmäßige Unterweisungen. Ebenso wichtig ist die Ausstattung mit geeigneten Sozialräumen, wie Wasch- und Pausenräume sowie sanitäre Einrichtungen, und die Qualifikation des Ausbilders.

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