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Verhalten der Konsumenten

Studie bestätigt paradoxes Kaufverhalten der Verbraucher

Supermarkt
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
11.02.2019

In Sachen sichere Lebensmittel sehen die Münchner den Bauernhof auf Platz 1, zum Einkaufen gehen sie aber andernorts.

Münchner kaufen Lebensmittel im Jahr 2019 generell am häufigsten im Supermarkt: So erwerben 80,1 Prozent dort ihre Nahrungsmittel am häufigsten. Auf Rang 2 folgt der Einkauf im Discounter (52,2 Prozent) und auf Rang 3 der Bio-Supermarkt (17,1 Prozent).

Wochenmarkt und Bauernhof werden lediglich von 9,9 Prozent bzw. 6,3 Prozent angesteuert.

Das geht aus einer von ritterwerk in Auftrag gegeben Studie zu Craft Food, Bio- und regionalem Essen sowie Kaufverhalten in Deutschland hervor. Dabei wurden in einem bevölkerungsrepräsentativ quotierten Panel insgesamt 1.044 Konsumenten befragt, wobei die drei Städte München, Hamburg und Berlin mit je mehr als 100 Befragten regionale Schwerpunkte gebildet haben.

Konsumenten kaufen anders als sie denken

Bei der Frage nach dem Vertrauen in Lebensmittelgeschäfte zeichnet sich ein paradoxes Bild ab, das dem tatsächlichen Kaufverhalten der Münchner widerspricht. In Sachen sichere Lebensmittel sehen die Münchner den Bauernhof (86,5 Prozent) auf Platz 1, gefolgt vom Wochenmarkt (71,2 Prozent). Knapp zwei Drittel (63,1 Prozent) verlässt sich auf den Bio-Supermarkt, obwohl dort nur 17,1 Prozent tatsächlich einkaufen. Ganz anders hingegen beim Discounter, bei dem die Münchner laut Erhebung mehrheitlich einkaufen: Nur 28,8 Prozent glauben an die Lebensmittelsicherheit seiner Waren.

Eine Ursache dafür kann die Preisfrage sein: Laut der Erhebung achten 71,2 Prozent der Münchner beim Lebensmittelkauf häufig auf den Preis. Gleichzeitig würden 67,6 Prozent wertiger in Bezug auf Bio, Craft Food und regionalem Essen einkaufen, wenn Geld keine Rolle spielte.

Außerdem zeigt ein genauer Blick darauf wiederum, dass der Bio-Boom längst ein Massenphänomen ist. Bio und Discounter schließen sich schon lange nicht mehr aus, da Discounter im Kampf um Klientel und Marktanteile längst nachgezogen und ihr Sortiment auf Bio angepasst haben.

"In Sachen Moral, Vertrauen, Gesundheit und Geschmack verhalten sich Konsumenten anders, als sie eigentlich denken“, fasst Michael Schüller, Geschäftsführer des Hausgeräteherstellers ritterwerk die Ergebisse der Studie zusammen.

Ein Drittel kauft Fleisch beim Metzger

Was wird wo gekauft? Auch dieser Frage ist die ritterwerk-Studie „Geschmacksache 2019“ nachgegangen. Ein detaillierter Blick auf den Einkaufskorb offenbart, dass der Einkaufsort maßgeblich vom Lebensmittel selbst abhängt. Während Münchner Käse am liebsten an der Kühltheke im Supermarkt kaufen (54,1 Prozent), greifen sie zu Wurst- und Fleischwaren am häufigsten an der Frischetheke im Supermarkt (50,5 Prozent). Immerhin ein Drittel kauft Fleisch beim Metzger (33,3 Prozent). Ob Käse oder Wurst: Discounter und Supermarkt haben ganz klar die Nase vorn.

13 Prozent kaufen Obst und Gemüse auf dem Wochenmarkt

Für Obst und Gemüse gehen gut zwei Drittel der Münchner ebenso am liebsten in den Supermarkt (68,5 Prozent), jeder Zweite entscheidet sich für den Einkauf im Discounter (45,9 Prozent). Am dritthäufigsten kaufen Münchner Obst und Gemüse im Bio-Supermarkt ein (18,0 Prozent). 5,4 Prozent der Münchner schließen sich mittlerweile dem Trend zu Obst- und Gemüsekisten an. Immerhin 10,8 Prozent nehmen den Weg auf sich, um direkt beim Erzeuger einzukaufen. „In einer immer globalisierteren Welt mit kaum mehr nachvollziehbaren Warenströmen und Konzentrationsprozessen auf wenige Großhändler oder Versandplattformen, fragen sich Konsumenten zunehmend, wie sie durch ihr Einkaufsverhalten die lokale Wirtschaft vor Ort stärken können“, sagt Schüller, dessen Unternehmen ritterwerk seit mehr als 100 Jahren „made in Germany“ produziert und ebenfalls von dieser Entwicklung profitiert.

Bäckereien für Backwaren erste Wahl

Dem Siegeszug von Prebake-Brot und Billigbrötchen zum Trotz: Backwaren erwerben die Münchner weiterhin am häufigsten in der Bäckerei (65,8 Prozent). Aber: Industriebackwerk ist dem klassischen Handwerk dicht auf den Fersen. Am zweithäufigsten entscheiden sich Verbraucher heute für Brot aus dem Supermarkt (33,3 Prozent), dicht gefolgt von Discounter-Brötchen (26,1 Prozent).

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