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Fürsorge

„Ich bin der gute Hirte“

Hirte Schaf
Theologe Peter Riel, Nürnberg
am
19.04.2018

Das Bild vom guten Hirten ist ein tröstliches Bild. Und wer kennt nicht diese Darstellungen von Jesus aus früherer Zeit.

Gerade dieses Bild stellten die ersten Christen bewusst auf ihren Sarkophagen dar. Es soll zeigen, dass der Mensch durch seinen Glauben an Jesus getragen wird zur Vollendung des Lebens über den Tod hinaus.

Die Arbeit der Hirten zur Zeit Jesu war zunächst wenig romantisch. Schafherden waren die Lebensgrundlage der israelitischen Nomadenstämme schlechthin. Die Hirten mussten ihre Tiere vor Raubtieren und Räubern schützen, sie waren für den Fortbestand und das Wachstum der Herden verantwortlich.

Nach Ostern aber haben die frühen Christen dieses Bild des Hirten auf Jesus selbst übertragen, durch den Gott seine Herde weidet und seiner Herde Leben schenkt.

Er ist der gute Hirte, der sein Leben hingibt für die Schafe, heißt es im Evangelium des Johannes. Mit einigen Abgrenzungen versucht der Evangelist, den guten Hirten näher zu umschreiben. Zu Jesu Zeiten waren Hirten nicht gleich Hirten. Da gab es reiche Schafbesitzer, die es sich leisten konnten, Hirten anzustellen. Solche taten ihren Dienst gewissenhaft, aber die letzte Hingabe wird ihnen gefehlt haben. Anders war es bei denen, die ihre eigenen Tiere hüteten. Sie kannten jedes einzelne Tier und sorgten sich darum, denn daran hing ihre Existenz. Ein guter Hirte erwies sich daran, ob er seine Tiere kannte, ob er ihnen geben konnte, was sie zum Leben brauchten und ihnen bei Gefahren beistand.

„Ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich“, heißt es weiter im Evangelium. Mit der Hinwendung des Hirten zu seiner Herde kommt die feste Zuversicht, dass er selbst jedem einzelnen Schaf nachgeht, wenn es sich verlaufen hat. Und die Schafe kennen ihren Hirten, sie spüren seine Sorge, sein inneres Interesse an jedem einzelnen Schaf der Herde.

Dieses Hirtenidyll zeigt, wie intensiv die Beziehung von Gott und Jesus zu Menschen sein kann. Der Evangelist Johannes bringt dieses besondere Verhältnis Jesu zu den Seinen zum Ausdruck: „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir.“

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