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Obstspezialitäten

Ausgezeichnet: Quittenbrot

Wittur
Irene Konrad
am
11.10.2017

Würzburg - Marius Wittur und seine Quitten-Produkte kommen bestens an.

Die Quitten sind reif. Ihre „quittengelbe“ Farbe leuchtet in den Bäumen, ihr besonderer Duft verwöhnt die Nase und der weiche Flaum um die außergewöhnliche Frucht verleitet dazu, sie bewundernd in den Händen zu drehen. In den letzten Jahren ist die Quitte ist aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht.

Einer, bei dem sich schon länger alles um die Quitte dreht, ist Marius Wittur  in Untereisenheim (Lks. Kitzingen). Er hat hunderte von Quittenbäumen mit Regenerationsschnitten gerettet, einen Quittenlehrpfad bei Astheim eröffnet, Patenschaften zum Schutz des 4000 Jahre alten Kulturbaums geschlossen, alte Quittensorten wiederentdeckt und die genetische Vielfalt durch Vermehrung und Wiederverbreitung gesichert.

Wittur hat verschiedene Sorten mittlerweile auf 80 Flächen in einem Radius von rund 30 Kilometern um Untereisenheim. Und er hat dazu beigetragen, dass auch andere Bauern und Gartenbesitzer von ihm gezogene Bäume wieder anpflanzen. Mittlerweile ist bekannt, dass sein Biolandbetrieb Mustea im Herbst bestimmte Quittensorten annimmt und einen fairen Preis für das angelieferte Obst bezahlt.  
Radioredakteure, Fernsehsender und Gourmetzeitschriften klopfen zuhauf bei Wittur an. Für seine Führungen auf dem Quittenlehrpfad im April und Oktober kommen Gäste hunderte von Kilometern weit angereist. Auf Gourmet-Messen ist er mit seinen Quittenprodukten vertreten. „Mustea“ heißt die Firma von Familie Wittur; es gibt eine Bio-Schiene und eine Linie über die „Quitten-Kooperativa“.  2015 zählte der Quitten-Secco von Mustea zu den besten Bioprodukten in Bayern. Vergangenes Jahr wurde sein Quittenbrot auf der Grünen Woche in Berlin von der Landesvereinigung für ökologischen Landbau in Bayern e.V. ausgezeichnet.

„Wir bemühen uns um Sortenerhalt und Produktveredlung der Quitte“, sagt Wittur und hat schon erlebt, dass alte Männer und Frauen Tränen in den Augen hatten, wenn sie seine Produkte kosteten und sich dabei an ihre Kindheit erinnern. Früher standen Quittenbäume noch in fast jedem Garten und an jedem Rangen und das Quittenbrot war eine beliebte Süßigkeit, das früher jede Hausfrau selbst hergestellt hat. Seit 2003 sucht Wittur nach der perfekten Rezeptur und Aufmachung der Köstlichkeit. In einem speziellen Ofen trocknet er nun langsam und bei niedrigen Temperaturen das Quittenmus. Anschließend wird es in Würfel geschnitten und in drei Arten in Pralinenschachteln verpackt.  Das exklusive Quitten-Bio-Produkt hat seinen Preis. Gute 150 Gramm kosten 11,50 €. Der Biolandhof versendet seine Produkte, die man im Internet unter dem Stichwort „mustea“ bestellen kann.

In Würzburg gibt es Quittensecco,  Quittenlikör und Quittenbrot aus Witturs Betrieb im Bioladen „Vom Land“ in der Petrinistraße 2, Grombühl. Auch einige Edeka-Märkte in der Region, die Wert auf regionale Produkte legen, bieten Mustea-Erzeugnisse an.

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