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Agrarinvestitionsförderprogramm

Bauliche Anforderungen beim AFP

Mastschwein
BLW
am
22.12.2017

Antragsteller müssen insbesondere beim Tierwohl hohe Anforderungen erfüllen.

Mit den zu fördernden Investitionen sind die baulichen und technischen Voraussetzungen zur Einhaltung der folgenden Anforderungen zu schaffen:

Generell gilt: Die Ställe müssen so beschaffen sein, dass deren tageslichtdurchlässige Flächen mindestens 3 % der Stallgrundfläche bei Schweinen und Geflügel, 5 % bei allen übrigen Tierarten betragen. Nachfolgend stellen wir für drei Produktionsverfahren die Anforderungen näher vor.

Kühe und Aufzuchtrinder

Förderungsfähig sind Laufställe.

  • Die spaltenfreie Liegefläche muss so bemessen sein, dass alle Tiere gleichzeitig liegen können.
  • Bei Liegeboxen ist für jedes Tier eine Liegebox bereitzustellen.
  • Liegeplätze müssen ausreichend mit geeigneter trockener Einstreu oder anderem komfortschaffenden Material (Komfortmatten geprüfter und anerkannter Qualität) versehen werden. Bei Hochboxen können Komfortmatten eingesetzt werden.
  • Für jedes Tier ist ein Grundfutterfressplatz bereitzustellen, dessen Breite dazu ausreicht, dass alle Tiere gleichzeitig fressen können. Für Milchkühe ist eine Fressplatzbreite von 75 cm vorzusehen. Sofern eine Erweiterung vorgenommen wird, muss lediglich für die Erweiterung (= Vorhaben) die Fressplatzbreite von 75 cm eingehalten werden. Bestehende Fressgitter mit mindestens 70 cm Fressplatzbreite erhalten Bestandsschutz. Sollte aber das Maß 70 cm im Altbau unterschritten sein, ist nachzubessern, allerdings nur auf mindestens 70 cm Fressplatzbreite.
  • Wenn durch geeignete technische oder manuelle Verfahren die Tiere ständig Zugang zum Futter haben, ist ein Tier-Fressplatz-Verhältnis von maximal 1,2 : 1 zulässig.
  • Werden Melkverfahren angewendet, bei denen die Kühe über den Tag verteilt gemolken werden (z. B. automatische Melksysteme), ist ein Tier-Fressplatz-Verhältnis von maximal 1,5 : 1 zulässig.
  • Die nutzbare Stallfläche muss mind. 5,5 m² je Großvieheinheit betragen.
  • Bei Stallneubauten müssen die Lauf-/Fressgänge bei Milchkühen mindestens 3,5 m und Laufgänge 2,5 m breit sein, sodass sich die Tiere stressfrei begegnen können.
  • Bei Stallumbauten, die keine andere bauliche Lösung zulassen, können die genannten Maße mit mindestens 3,0 m am Futtertisch und 2,0 m zwischen den Liegeboxenreihen geringfügig unterschritten werden (Stellungnahme des Bauberaters).
  • Die Ställe müssen über einen Auslauf (maximal ein Drittel überdacht) für mindestens ein Drittel der Milchkühe (4,5 m²/GV) verfügen.
  • Auf einen Auslauf kann bei einer Stallmodernisierung verzichtet werden, wenn ein Auslauf aufgrund der Stalllage nicht möglich ist und mindestens 7 m²/GV Stallfläche zur Verfügung gestellt werden.

2Mastschweine und Absatzferkel

Der Liegebereich muss

  • ausreichend mit geeigneter trockener Einstreu versehen werden oder
  • mit Tiefstreu versehen werden oder
  • mit einer Komfortliegefläche ausgestattet sein.
  • Die Komfortliegefläche ist bei Aufzuchtferkeln als Liegefläche mit Bodenheizung oder mit Abdeckung und Strahlungsheizung von oben auszugestalten. Bei Mastschweinen gelten Böden mit weniger als 3 % Perforation oder weiche Böden (z. B. Gummimatte mit maximal 10 % Perforation) als Komfortliegefläche, wenn diese mindestens die Hälfte des gemäß Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutztV) geforderten Platzbedarfs umfasst.
  • Im Stall müssen für alle Tiere zugänglich mindestens drei verschiedenartige und manipulierbare Beschäftigungselemente in einer ausreichenden Anzahl zur Verfügung stehen. Geeignet hierfür sind Holz an Ketten, eine besondere Fütterungstechnik, die die Dauer der Futteraufnahme beim Tier ausdehnt und eine Beschäftigung indiziert, Strohraufen oder vergleichbare Elemente.
  • Für Absatzferkel, Zuchtläufer und Mastschweine muss eine uneingeschränkt nutzbare Bodenfläche zur Verfügung stehen, die mindestens 20 % größer ist als nach der TierSchNutztV vorgeschrieben.

3Zuchtsauen und Zuchteber

Im Falle der Trogfütterung ist je Sau bzw. Jungsau ein Fressplatz bereitzustellen, dessen Breite es zulässt, dass alle Tiere gleichzeitig fressen können.  Der Liegebereich muss für Eber, Zucht- und Jungsauen nur im Wartebereich beziehungsweise in Gruppenhaltung planbefestigt sein und ausreichend mit geeigneter trockener Einstreu oder mit Tiefstreu versehen werden oder mit einer Komfortliegefläche ausgestattet sein.

Für Zucht- und Jungsauen im Abferkelbereich und bei Einzelhaltung im Deckbereich muss mindestens ein Teil des Liegebereiches als Komfortliegefläche ausgestattet sein. Im Stall müssen für alle Tiere (für Zucht- und Jungsauen nur im Wartebereich bzw. in der Gruppenhaltung) mindestens drei verschiedenartige manipulierbare Beschäftigungselemente in einer ausreichenden Anzahl zur Verfügung stehen.

Für Zucht- und Jungsauen ist im Abferkelbereich und bei Einzelhaltung im Deckbereich mindestens ein Beschäftigungselement zur Verfügung zu stellen. Geeignet hierfür sind Holz an Ketten, eine besondere Fütterungstechnik, die die Dauer der Futteraufnahme beim Tier ausdehnt und eine Beschäftigung induziert, Strohraufen oder vergleichbare Elemente.

Die Haltungseinrichtung für Eber muss eine Fläche aufweisen, die mindestens 20 % größer ist als nach der TierSchNutztV vorgeschrieben. Für Jungsauen und Sauen muss im Zeitraum von über vier Wochen nach dem Decken bis eine Woche vor dem voraussichtlichen Abferkeltermin eine uneingeschränkt nutzbare Bodenfläche zur Verfügung stehen, die mindestens 20 % größer ist als nach der TierSchNutztV vorgeschrieben.

Die Mindestfläche je Abferkelbucht muss 6 m2 betragen. Die Einrichtung muss nach dem Abferkeln dauerhaft geöffnet werden können. Die Sau muss sich ungehindert umdrehen können.

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