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Bauernmarktmeile

Direktvermarktung - Kontakt ist ein wertvoller Erfolg

Bauernmarkt
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Eva Schuster, Wochenblatt
am
11.10.2018

Der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) greift nach den Erfolgen der Direktvermarkter.

Schuster Eva

In einem kürzlich erschienenen Werbeprospekt warb ein Supermarkt damit, ein halbes Schwein vorbestellen zu können – grob zerlegt, in unterschiedlichen Teilen. Diese Portionsgrößen verkaufen normalerweise Direktvermarkter, die das Fleisch ihrer Tiere nicht weiter verarbeiten. Supermärkte hingegen bieten ihren Kunden Edelteile, verarbeitetes Fleisch und kleine Portionsgrößen an. Nun stößt dieser Supermarkt in diese Vermarktungsart vor. Bio- und Regionalvermarktung reichen ihm nicht mehr.

Doch Direktvermarkter haben einen Trumpf, den sie gegenüber dem LEH ausspielen können: Der direkte Kundenkontakt. Im Supermarkt kann man nicht mit dem Tierhalter sprechen, dessen Fleischprodukte man kaufen möchte. Im Hofladen oder am Marktstand kann man alle Fragen rund um die Haltung, Fütterung, Schlachtung und Verarbeitung anbringen. Sicherlich kann es als Direktvermarkter auch anstrengend sein, wenn man zum zehnten Mal am Tag die gleichen Fragen beantwortet. Darauf genervt zu reagieren, ist jedoch nicht zielführend. Offene Kundenbindung und -kontakt bringen den Betrieb nach vorne.

So empfinden es jedenfalls die Standbetreiber der Bauernmarktmeile. Sie erzählen stolz, was ihr Produkt ausmacht. Fragen der Kunden und deren Rückmeldung sehen sie bereichernd: Beides motiviert weiter zu machen oder Neues zu probieren. Das ist ein Vorteil der Direktvermarkter gegenüber Landwirten, die für den anonymen Markt produzieren. Direktes Feedback wirkt sich positiv auf die geistige Gesundheit aus und in anstrengenden Phasen reagiert man gelassener. Diese professionelle Art mit Kunden umzugehen ist verkaufsfördernd. Und diesen Erfolg sollten sich Direktvermarkter vom LEH nicht nehmen lassen.

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