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Hans Dreier, Wochenblatt
am
04.04.2019

Blick in die Buchführungsergebnisse der bayerischen Betriebe

Hans Dreier Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt

Bei der Entwicklung ihrer Betriebe kommen die Haupt- erwerbslandwirte in Bayern nur mühsam voran. Zwar konnte die bewirtschaftete Fläche im vergangenen Wirtschaftsjahr um 1,13 ha auf nun 60 ha vergrößert werden, der Nutztierbestand wächst dagegen schon seit zehn Jahren nicht mehr und hat sich bei einem Wert von 1,4 Vieheinheiten pro ha regelrecht festgewurzelt. Die Verschärfungen beim Bau- und Düngerecht, die in den letzten Jahren wieder zu einer stärkeren Bindung der Tierhaltung an die Fläche geführt haben, zeigen hier deutlich ihre Wirkungen.

Für die Haupterwerbsbetriebe wird es immer schwieriger, ihr Einkommen über steigende Betriebsgrößen zu sichern. Gefragt sind deshalb Maßnahmen zur Kostensenkung. Am wirksamsten ist hier eine noch stärkere Spezialisierung. Die niedrigeren Kosten werden dabei jedoch erkauft durch eine starke Abhängigkeit von der Preisentwicklung der Haupterzeugnisse.

Solche extremen Verläufe der Gewinnentwicklung waren auch im vergangenen Wirtschaftsjahr zu beobachten. Während die spezialisierten Milchviehbetriebe aufgrund ordentlicher Milchpreise ihren Gewinn um 22 291 Euro auf im Schnitt 70 175 Euro steigern konnten, mussten Schweinemastbetriebe einen Gewinnrückgang um 18 269 Euro auf 47 829 Euro hinnehmen.

Dass die bayerischen Haupterwerbsbetriebe solche Gewinnschwankungen dennoch gut meistern können, liegt auch an ihrer gesunden Finanzierung. Im Schnitt hat jeder Betrieb nur Bankkredite in Höhe von 130 000 Euro zu bedienen, die Zinsbelastung beträgt nur gut 3000 Euro im Jahr. Bayerns Landwirte lassen sich in der Niedrigzinsphase also nicht zu abenteuerlichen Investitionen hinreißen. Die im Vergleich zu anderen Branchen geringe Verschuldung ist ein unschätzbares stabilisierendes Element, um die Stürme an den Märkten immer aufs Neue heil zu überstehen.

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