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Düngeverordnung

Kompliziert und komplex

Gruppenbild
Veronika Fick-Haas
am
19.03.2018

Düngebedarf ermitteln, Nährstoffe bilanzieren, Gestaltungsspielräume auf­zei­gen: Die Unsicherheiten bei der Umsetzung der Dünge-VO sind groß. Bei einem Seminar des Maschinenringes zur Düngeverordnung haben wir bei den Praktikern nachgehakt.

Hans Kohlmeier

„Ich bin mit meinen Unterlagen einfach zum Maschinenring gegangen. Dort haben sie mir den Düngebedarf ermittelt. Die Nährstoffbilanzierung aus dem letzten Jahr hatte ich dabei und so ging alles Hand in Hand. Auf meinem 30-Hektar-Ackerbaubetrieb nehme ich Gärreste zweier Biogasbetriebe auf. Überrascht hat mich das Ergebnis der Berechnungen nicht. Ich stoße bei Phosphor an die Grenze. Die Biogasler tragen nämlich in ihre Anlagen auch Hähnchenmist ein. Die Folge ist, dass meine Aufnahme an organischem Dünger künftig begrenzt sein wird. Ausgerechnet haben sie neun Kubikmeter auf den Hektar. Daran muss ich mich halten.“

"Da wird man immer unterstützt"

andreas Birx

„Zur Schulung des Maschinenringes zur Düngeverordnung habe ich mich gleich angemeldet. Schließlich möchte ich als Betreiber einer Biogasanlage mich selbst intensiv mit dem Thema auseinandersetzen und meinen Gestaltungsspielraum ausloten. Froh  bin ich, dass die Landwirte, die mir Silomais als Substrat liefern, signalisiert haben, weiterhin Gärrest abzunehmen. Schließlich bringt dieser organische Masse in den Boden und ist ein guter landwirtschaftlicher Dünger. Als zweiter Vorsitzender des MR Dingolfing begrüße ich natürlich das MR-Engagement in Sachen Nährstoffmanagement. Unser Ring ist breit aufgestellt. Egal ob für einen kleinen oder größeren Betrieb – da wird man immer unterstützt.“

 

"Im Detail gibt es viele Unsicherheiten"

Mathias Bogner

 „Das gelbe Heft der LfL muss man kennen. Die Vorgaben zur Düngeverordnung erscheinen mir dabei noch nicht ausgegoren. Im Detail gibt es viele Unsicherheiten. Und so kursieren viele falsche Informationen. Auch die Umsetzung ist äußerst kompliziert und unübersichtlich. Ebenso fehlen ausgereifte Programme und Hilfsmittel für die Praxis. Die Intensivschulung des Maschinenringes jedoch empfehle ich meinen Kollegen. Das Ganze ist ja so komplex. Da erfährt man auf solchen Veranstaltungen immer wieder weitere Einzelheiten. Ich habe einen Betrieb mit Ferkelaufzucht und Schweinemast. Allerdings sollte man für das Seminar doch ein gewisses Vorwissen mitbringen. Das gelbe Heft der LfL, also den Leitfaden für die Düngung mit den Basisdaten für die Berechnungen, muss man vorher schon angeschaut haben.“

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