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Holzmarkt

Den Markt in Einklang bringen

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Sepp Kellerer, Wochenblatt
am
29.09.2016

München - Preisaufschwung durch steigende Holznachfrage von Seiten der Bauindustrie nicht mit Billigimporten unterlaufen.

Sepp Kellerer

Die Borkenkäfer haben sich gegen Ende des Sommers noch einmal richtig vermehrt. Und ich habe Verständnis, wenn mancher, der seit April den kleinen Plagegeistern hinterhergelaufen ist, jetzt die Schnauze voll hat. Aber es hilft nichts, gerade jetzt ist es wichtig, Bohrmehl zu suchen und befallene Bäume zu fällen und abzufahren. Gerade jetzt wird die Ausgangslage für das Jahr 2017 maßgebend geprägt. Und spätestens dann sollte der Waldbesitzer über den Einschlag in seinem Bestand bestimmen und nicht der Käfer.

Wenn die Waldbesitzer die Käfergefahr in den Griff kriegen, dann haben die Holzabnehmer auch ein Argument weniger, um auf dem Holzmarkt für Verunsicherung zu sorgen.

Aber sie haben noch eines. Es war wohl nur ein Nebensatz bei den Herrschinger Holzmarktorientierungsgesprächen, aber einer der mich aufhorchen lässt: Holzlieferungen mit Ganzzügen aus anderen Teilen Europas sorgen neben Käferholz dafür, dass die Läger bei den Sägewerken gut gefüllt sind, so hat es da sinngemäß geheißen.

Es wäre schon ein herber Rückschlag, wenn dieser Versorgungsweg weiter ausgetreten würde. Die bayerischen Waldbauern haben schon die Hoffnung, dass sie am Aufschwung im Cluster Forst und Holz beteiligt werden. Für einen Aufschwung, für vermehrten Holzbedarf, sorgt nämlich die Baubranche.

Und es wäre sicher ein völlig falsches Zeichen, wenn dieser Holzbedarf aus anderen Ländern gedeckt würde. Denn dass der Holzbau Aufschwung nimmt, daran ist sicher proHolz Bayern mitbeteiligt. Über die gesamte Branche hinweg werden hier die Vorteile der Holzverwendung in die Gesellschaft getragen.

Es wäre fatal, wenn die Waldbesitzer da aus der Wertschöpfung rausfielen, tragen sie doch die finanzielle Hauptlast in proHolz Bayern.

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