Login
Alternativen zu Mais

Neue Pflanzen für die Energiewende

Thumbnail
Hans Dreier, Wochenblatt
am
05.09.2016

München - Für Biogaslandwirte ist Silomais der Leistungsträger für die Erzeugung von möglichst viel Methangas. Aber es gibt Alternativen.

Als Energiepflanze bringt Mais auf dem Feld und im Fermenter höchste Erträge bei niedrigen Anbaukosten. Für Saat und Ernte sind schlagkräftige und funktionssichere Maschinen verfügbar. Was will man mehr?

Die Trockenheit im letzten Jahr hat jedoch tiefe Kratzer im Bild der Superpflanze hinterlassen. Es wurde deutlich, wie empfindlich und anspruchsvoll die Maispflanze in Wirklichkeit ist. Auf Wassermangel, Anbaufehler oder falsche Standortwahl reagiert sie deutlich heftiger als viele andere Kulturen. Ertragseinbußen von 50 Prozent machten deutlich, dass der Mais schnell zum Totalausfall werden kann, wenn nicht immer alles optimal ist.

Mais steht heute auch auf Standorten, die ihm gar nicht liegen, weil Anbau, Pflege und Ernte so bequem sind. Seine Beliebtheit beruht auf der Vorstellung, dass die Energiepflanze nicht so aufwendig umsorgt werden müsse wie andere Kulturen. Doch das Bild trügt. Das Risiko hoher Ertragsschwankungen auf schwachen Standorten wird gerne ausgeblendet. Dazu kommt ein schlechtes Gedächtnis: Nach einem guten Erntejahr sind die schlechten schnell wieder vergessen.

Mais ist keineswegs immer die wirtschaftlichste Substratpflanze – schon gar nicht auf schwächeren Böden. Die Ökonomen der LfL haben für eine Reihe von neuen Energiepflanzen die Erzeugungskosten durchkalkuliert und sind zu erstaunlichen Ergebnissen gekommen. Für die nicht so günstigen Standorte gibt es demnach deutlich bessere Lösungen. Mehrjährige Pflanzen wie das Riesenweizengras bieten hier nicht nur ackerbauliche und ökologische Vorteile, sondern das daraus gewonnene Methan lässt sind auch kostengünstiger erzeugen.

Noch Zweifel? Probieren Sie es einfach mal aus.

Auch interessant