Login
Pacht

Pachtpreise drängen weiter nach oben

Pachtflächen
BLW
am
04.08.2017

München - Am Pachtmarkt gibt es keine Zeichen der Entspannung: Die Pachtpreise für landwirtschaftliche Nutzflächen sind von 2013 bis 2016 um rund 17 Prozent gestiegen. Neu gepachtetes Ackerland kostet im Schnitt 524 Euro pro Hektar.

Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik bewirtschaften nach den endgültigen Ergebnissen der Agrarstrukturerhebung 2016 rund 59.900 Betriebe neben der eigenen Fläche auch Pachtfläche. Die Pächter haben pro Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche im Durchschnitt 338 € Pacht bezahlt. Im Vergleich zu den Angaben aus der Agrarstrukturerhebung 2013 ist dies ein Anstieg um 16,6 %.

Der Anteil der Landwirte, die einen Durchschnittspachtpreis von 350 € und mehr pro Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche bezahlt haben, ist von 23,3 % auf 31,7 % angestiegen. Das zu bezahlende Pachtentgelt für Ackerland in Bayern lag 2016 mit einem durchschnittlichen Wert von 396 €/ha um 17,2 % höher als noch vor drei Jahren. Für einen Hektar Dauergrünland war durchschnittlich 221 € zu bezahlen, womit der Anstieg der Jahrespacht für Dauergrünland bei 15,7 % lag.

Hohe Preise für neu gepachtetes Ackerland

Rund 8.000 Betriebe machten Angaben zu Neupachtungen oder Pachtpreisänderungen in den vergangenen zwei Jahren. Das Jahrespachtentgelt lag hier mit durchschnittlich 456 €/ha für landwirtschaftlich genutzte Flächen um 9,6 % höher als noch im Jahr 2013. Für neu gepachtetes Ackerland mussten im Durchschnitt 524 €/ha und für neu gepachtetes Dauergrünland 296 €/ha entrichtet werden.

Die Agrarstrukturerhebung hat auch ergeben, dass die Betriebe inzwischen deutlich mehr Pachtfläche bewirtschaften als Eigentumsflächen. Die ermittelten 59.900 Betriebe bewirtschaften 1,19 Mio. ha eigene landwirtschaftlich genutzte Fläche und 1,44 Mio. ha gepachtete Flächen. Somit bewirtschaften 66,9 % der bayerischen landwirtschaftlichen Betriebe sowohl eigene als auch gepachtete landwirtschaftlich genutzte Fläche.

Rund 24.900 Betriebe bewirtschaften ausschließlich eigene landwirtschaftlich genutzte Fläche (383.200 ha). Mit einem Anteil von 5,3 % haben etwa 4.800 bayerische Betriebe ihre gesamte selbstbewirtschaftete Fläche (111.500 ha) gepachtet.

Auch bundesweit steigende Preise

Auf Bundesebene ist der Preisanstieg bei den Pachten ähnlich verlaufen wie in Bayern. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach den Ergebnissen der Agrarstrukturerhebung 2016 weiter mitteilt, bezahlten die deutschen Landwirte durchschnittlich 288 €/ha Jahrespachtentgelt. Die durchschnittlichen Jahrespachtentgelte für landwirtschaftlich genutzte Flächen sind seit 2013 um 19 % gestiegen. Die größten Preissteigerungen gab es in Niedersachsen (+ 22 %), Mecklenburg-Vorpommern (+ 21 %) und Sachsen-Anhalt (+ 20 %).

Auch interessant