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Arbeitsmarkt

Wachstum durch Arbeitskräfte

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Hans Dreier, Wochenblatt
am
08.12.2016

München - Seit der EU-Osterweiterung und der zunehmenden Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes für Osteuropäer hat sich das Angebot an Arbeitskräften grundlegend geändert.

Unsere Landwirtschaft war bis in die 1990er-Jahre hinein vom Ein-Mann-Betrieb geprägt. An betriebliches Wachstum durch Einsatz von Fremdarbeitskräften war nicht zu denken, denn es gab so gut wie keine deutschen Arbeitskräfte; sie waren entweder nicht bezahlbar oder scheuten die harte Arbeit.

Seit der EU-Osterweiterung und der zunehmenden Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes für Osteuropäer hat sich die Situation jedoch grundlegend geändert. Die Verfügbarkeit von Saisonarbeitskräften hat die jahrzehntelange Beschränkung auf Familienarbeitskräfte aufgehoben. Viele Betriebe nutzten die Gelegenheit und vollzogen große Wachstumsschritte sowohl in der pflanzlichen als auch tierischen Produktion. Die Entstehung großer Sonderkulturbetriebe und hoher Tierbestände wäre ohne die osteuropäischen Arbeitskräfte nicht möglich gewesen.

Viele Landwirte sind heute auch Arbeitgeber und müssen sich zwangsläufig mit der Lohnbürokratie befassen: Tarifverträge müssen beachtet, Arbeitsverträge abgeschlossen, Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge abgeführt werden. Die gesetzlichen Verpflichtungen eines Arbeitgebers sind enorm und dürfen vom Landwirt keinesfalls unterschätzt werden. Fehlerhafte Verträge und Versäumnisse bei der Bezahlung von Steuern und Sozialbeiträgen können zu ruinösen Nachforderungen führen und schlimmstenfalls sogar mit einer Freiheitsstrafe enden.

In der Praxis hat es sich deshalb bewährt, die Aufgaben rund um die Lohnabrechnung an eine Buchstelle bzw. einen Steuerberater auszulagern. Die Hände in den Schoß legen darf man deshalb noch lange nicht. Als Arbeitgeber muss man sich auch selbst ein solides Wissen rund um die Entgeltabrechnung aneignen. Wer nicht versteht, was seine Dienstleister für ihn eigentlich machen, lebt verdammt riskant.

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