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Bayerische Jungbauernschaft

Mit zweitem Standbein Risiken mindern

pd
am
19.12.2016

Germering- Die Bayerische Jungbauernschaft sieht die Diversifizierung in Bayern als gute Möglichkeit für viele Betriebe ein zweites Standbein zu schaffen, welches nicht nur das Einkommen erhöhen soll, sondern auch weitere Vorteile bietet. In der Diversifizierung sieht der Verband große Vorteile und Nutzen wie z. B. der Risikostreuung, die Schaffung neuer Arbeitsplätze auf dem Hof mit gleichzeitiger Stärkung des ländlichen Raumes und nicht zuletzt der Verwirklichung eigener Ideen.

Die Bayerische Jungbauernschaft tagte drei Tage in ihrer Heimvolkshochschule in Grainau zum Thema „Innovation und Diversifizierung statt Stagnation und Regulierungswut“.  Unter Diversifizierung versteht der Verband die Erweiterung um eine zusätzliche, außerlandwirtschaftliche Unternehmertätigkeit im landwirtschaftlichen Betrieb, die von der landwirtschaftlichen Urproduktion abgrenzbar ist. Wie beispielsweise:

Urlaub auf dem Bauernhof - Der Beginn mit der „Sommerfrische“ lag vor rund 50 Jahren. Heute erwirtschaften rund 5000 Betriebe, mit jährlich 11 Millionen Übernachtungen, einen wertvollen Beitrag zum Einkommen

  • Direktvermarktung z.B. durch einen Hofladen oder einen Milchautomaten
  • bäuerliche Gastronomie
  • hauswirtschaftliche Dienstleistungen
  • Dienstleistungen für Gewerbe-/Privatkunden und die öffentliche Hand
  • erlebnisorientierte Angebote wie Kinderfreizeit auf dem Bauernhof und
  • als relativ neuer Zweig die soziale Landwirtschaft mit Altenbetreuung.

Die Einkommenskombination sollte nach Ansicht der BJB auch in der Aus- und Weiterbildung, sowie in der Beratung einen höheren Stellenwert bekommen. Sie stelle eine Alternative zur Technisierung und Vergrößerung der Betriebe dar. Dankenswerter Weise räume das bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten der Diversifizierung bereits einen hohen Stellenwert ein. Die Notwendigkeit einer Einkommenskombination, wie sie bereits von zwei Drittel der Bayerischen Betriebe ergriffen wurde, demonstriere eindeutig die Dringlichkeit zusätzliche Einkommensquellen zu erschließen, um eine wirksame Zukunftsausrichtung zu tätigen und eine notwendige Vorsorge für Krisenzeiten zu erzielen. Damit ein zusätzliches Standbein auch Sinn mache, ist unternehmerisches Denken und Handeln bei uns jungen Landwirten erste Voraussetzung. Wie bei der Grainauer Junglandwirtetagung festgestellt, sei die persönliche Bildung dazu die erste Voraussetzung. Den Weg ebnen könne ein entsprechende Beratung.

Orientierung und Entscheidungsfindung stehe für „Diversifizierer“ am Anfang. Erst dann könne die passende Qualifizierung erfolgen. Die Einkommenskombinationen könne nicht alle marktpolitischen Erscheinungen, wie z. B. der teils desaströsen Produktpreise im globalen, landwirtschaftlichen Bereich egalisieren. Dazu bedürfe es einer aktiven, den Kosten angepassten Agrar- und Einkommenspolitik in der EU! – "Es ist höchste Zeit dafür!", so der Verband.

Was die Diversifizierung betrifft, würden wohl viele die angebotenen Möglichkeiten und Chancen ergreifen und so zum Wohl ihrer Familien mit ihren dazugehörenden landwirtschaftlichen Betrieben und dem ländlichen Raum beitragen.

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