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Energie

Biogasanlagen - Chancen bei nur noch kurzer EEG-Restlaufzeit

Helene Barth, Georg Friedl, Fachverband Biogas e. V.
am
03.05.2018

Soll bei auslaufenden Altanlagen noch einmal investiert und diese für die Ausschreibung gerüstet werden oder gibt es noch andere Möglichkeiten?

Biogasanlage

Zu diesem Thema luden die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Ingolstadt, Regen und Rosenheim in Kooperation mit dem Fachverband Biogas e.V. Biogasanlagenbetreiber am 13. 4. 2018 nach Albaching ein, um über Reaktionsmöglichkeiten zu diskutieren. Das Thema traf scheinbar genau den Nerv der bayerischen Betreiber, was an dem mit ca. 80 Personen nahezu vollständig gefüllten Saal erkennbar war.

Viele Biogasanlagen in der Region wurden um das Jahr 2000 in Betrieb genommen, die ersten fallen somit 2021 aus der gesicherten EEG-Vergütung und dies sorgt für Unsicherheit in der Branche. Soll noch einmal in die Anlage investiert und diese für die Ausschreibung gerüstet werden oder gibt es noch andere Möglichkeiten?

Wechseloptionen

Zu letzterer Option hatten die Veranstalter mit Dr. Markus Helm von der Gutachtergemeinschaft Biogas aus Freising und Dr. Helmut Loibl (Fachanwalt aus Regensburg von der Kanzlei Paluka Sobola Loibl & Partner) zwei kompetente Referenten gewinnen können. Helm erläuterte die Voraussetzungen, um einer Biogasanlage im Rahmen des sogenannten Neuanlagenstatus und einer Verschiebung des Erstinbetriebnahmejahres eine Laufzeitverlängerung nach EEG zu ermöglichen, während Dr. Loibl sich mit der Thematik befasste, eine bestehende Anlage in eine neue „Güllekleinanlage“ umzuwandeln.

Einzelbetrieblich

Bei der ersten Variante sind Investitionen im Zeitraum 2000 bis 2008 relevant, während die zweite Variante auf Investitionen in naher Zukunft abzielt. In beiden Fällen zeigte sich, dass es einer konkreten einzelbetrieblichen Betrachtung bedarf und zum Teil noch rechtliche Unsicherheiten bestehen.

Am Nachmittag berichteten Josef Schmidt vom AELF Ingolstadt und Christian Kern vom AELF Rosenheim über ihre Erfahrungen aus der Beratungspraxis. Tenor war, dass jede Anlage einen eigenen Hintergrund hat, die Beratung dadurch auch sehr individuell sein muss und viele Faktoren einbezogen werden sollten.
Die Mitarbeiter der AELFs wiesen mehrmals ausdrücklich auf ihr Beratungsanbot hin und baten die Anwesenden, dieses auch zu nutzen. Den Abschluss bildete der Vortrag von Dr. Stefan Rauh, Geschäftsführer im Fachverband Biogas e.V. Er referierte über die Grundlagen im EEG 2017 und stellte den konkreten Ablauf einer Ausschreibung vor. Rauh wies darauf hin, dass der Fachverband über die neue Service GmbH auch weiterhin Schulungen zu den Ausschreibungen anbieten wird. Mehr zu diesen Themen lesen Sie demnächst im Wochenblatt.

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