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Energie

Erneuerbare Energien ersetzen immer mehr Atomstrom

pd
am
10.03.2017

Berlin - „Inzwischen erzeugen die Erneuerbaren Energien mit ihrem starken Rückhalt in der Bevölkerung mehr Strom als es die Atomkraft je geschafft hat“, erklärt der Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE), Philipp Vohrer, anlässlich der sich am 11. März jährenden Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima.

Entwicklung Erneuerbare Energien

"Die bisherige Entwicklung der Energieerzeugung zeigt, dass auch in den nächsten Jahren ein forciertes Wachstum der Erneuerbaren Energien benötigt wird. So erhöhte sich die Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien von 104 TWh im Jahr 2010 auf mehr als 188 TWh im vergangenen Jahr. Diese Steigerung um 84 TWh entspricht etwa der Atomstromproduktion im vergangenen Jahr. „Wenn wir unsere Ziele beim Klimaschutz erreichen wollen, dürfen wir das Wachstum der Erneuerbaren jetzt nicht bremsen, sondern müssen es beschleunigen. Zudem brauchen wir mehr Flexibilität im Energiesystem und eine verbesserte Effizienz. Das nützt Menschen, Wirtschaft und Umwelt und erspart uns eine Menge volkswirtschaftlicher Belastungen“, so Vohrer.

Massive staatliche Lasten durch Atomkraft

Die staatliche Förderung der Atomenergie in Deutschland verursachte laut einer Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) allein von 1970 bis 2014 Kosten in Höhe von rund 219 Mrd. Euro. Die auf den Steuerzahler noch zukommenden Kosten für die Endlagerung sind dabei noch nicht einmal berücksichtigt. Noch teurer waren in den letzten Jahrzehnten die Subventionen für die Kohle: Für Braun- und Steinkohle ermittelten die Forscher staatliche Förderung von mehr als 421 Mrd. Euro. Fossile und nukleare Stromproduktion sind zudem mit sogenannten „Ewigkeitslasten“ behaftet, das heißt: Auch lange nach dem Ende der Produktion verursachen Kohle und Atom massive Kosten für den Steuerzahler. Zum Vergleich: Für die Erneuerbaren Energien wurden bis 2014 Fördergelder von 102 Mrd. Euro fällig, vor allem für die Stromeinspeisevergütungen. Dank der Technologieförderung sind diese Einspeisesätze inzwischen so stark gesunken, dass beispielsweise die Vergütung für Solarparks oder für Windstrom an Land pro Kilowattstunde deutlich unter dem liegt, was etwa die britische Regierung künftig für Atomstrom aus dem geplanten Kernkraftwerk Hinkley Point C zahlen will.

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