Login
Sägeindustrie

Erstes Halbjahr 2016 mit positivem Trend

pd
am
26.07.2016

Berlin - Die Sägeindustrie schließt das erste Halbjahr 2016 mit einer insgesamt positiven Bilanz ab. Stark nachgebende Restholzerlöse belasten jedoch die Ertragslage.

Die deutsche Sägeindustrie kann zur Jahresmitte eine größtenteils positive Halbjahresbilanz vorweisen. Die Betriebe waren mit verhaltenem Optimismus in das Jahr 2016 gestartet, nach einem zum Teil schwachen Jahr 2015 mit einer nachgebenden Inlandsproduktion und stark rückläufigen Exporten bestand wenig Aussicht auf eine durchgreifende Besserung in 2016.

Produktion wieder im Plus

Die Daten für das erste Halbjahr 2016 zeigen, dass sich die Lage der Sägewerke allmählich bessert. Die Nadelschnittholzerzeugung konnte in den ersten drei Monaten um 3,0 % wieder leicht gesteigert werden. Auch im zweiten Quartal setzte sich die leichte Besserung weiter fort, der Produktionsindex liegt in den ersten 5 Monaten um 2,9 % über Vorjahr, allein im Mai um 9,5 %. Der Produktionsrückgang des Vorjahres von -1,6 % konnte demzufolge wieder ausgeglichen werden.

Export mit turnaround

Erfreulich ist der Umschwung im Export von Nadelschnittholz. Die Ausfuhrdaten für die ersten 4 Monate bestätigen die wieder positive Entwicklung mit einer Zunahme der Nadelschnittholzausfuhr um 7,2 % bzw. 155 Tsd. m³ auf 2,3 Mio. m³. Der rückläufige Trend des Vorjahres konnte damit in den ersten Monaten umgekehrt und der Rückstand zum Teil wieder aufgeholt werden. Auf wichtigen Auslandsmärkte – insbesondere innerhalb Europas, aber auch im Fernabsatz – sind deutlich veränderte Warenströme zu verzeichnen.

Wohnungsbaugenehmigungen mit kräftigem Aufwind

Die weiter kräftig ansteigenden Genehmigungen im Wohnungsbau lassen erwarten, dass aus dem Baubereich mit einer zunehmenden Nachfrage zu rechnen sein wird. Die Genehmigungen im 1- und 2-Familienhausbau sind in den ersten 4 Monaten um 19,7 % angestiegen, im Mehrfamilienhausbau um 27,7 %. Ein Anstieg der Genehmigungen war schon 2015 zu verzeichnen, dies hatte im vergangenen Jahr jedoch noch nicht zu einer durchgreifenden Verbesserung der Nachfrage von Seiten des Bausektors geführt.

Sägeindustrie bedeutendster Abnehmer der Sturmholzmengen aus dem Sturmtief Niklas

Auf der Rohstoffseite war das letzte Jahr durch die durch das Sturmtief Niklas angefallenen Sturm- und Käferholzmengen von insgesamt mehr als 11,8 Mio. Festmeter Nadelholz. geprägt. Die Sägeindustrie konnte durch die Aufnahme großer Teile des Schadholzes den Hauptbeitrag zur Bewältigung der Sturmfolgen beitragen -trotz wenig aufnahmefähigem Inlandsmarkt und rückläufigen Exporten.

Deutsche Nadelstammholz-Preise 30 % über internationalem Niveau

Wie der Wood Resource Quarterly (WRQ), ein US-amerikanischer Holzmarktdienst, berichtet, ist der Global Sawlog Price Index weltweit seit mehreren Quartalen rückläufig. Auch der vom Wood Resource Quarterly für Europa ermittelte Europäische Preisindex für Sägerundholz ist seit dem ersten Quartal 2014 rückläufig und liegt zwischenzeitlich um 9 % niedriger. Die Zeitschrift konstatiert für Deutschland trotz dieser Preisrückgänge noch immer ein höheres Rundholzpreisniveau als die konkurrierenden Schnittholzproduzenten in Nord- und Osteuropa. Trotz der nach dem Sturmtief vor allem auch qualitätsbedingt ermäßigten Rundholzpreise liegt dieser für das Leitsortiment Fichte/Tanne in Deutschland aktuell noch immer um über 30 % über dem internationalen Niveau.

Dramatisch fallende Sägenebenprodukt-Erlöse zwingen Sägeindustrie zu Alternativen

Die im Hinblick auf Inlandsnachfrage und Export, welcher größtenteils das Ventil für den Absatz der qualitativ preiswerteren Sortimente darstellt,  insgesamt positive Stimmung wird durch die Entwicklung bei den Erlösen für Sägenebenprodukte (SNP) kräftig gestört. So sind seit Frühjahr die Erlöse für Sägenebenprodukte (Holzhackschnitzel und Sägespäne) erneut dramatisch im Fallen, seit dem 2. Quartal 2014 in der Spitze um rund 40 %. Da die Erlöse für SNP einen wichtigen Faktor in der Kostenrechnung der Sägewerke darstellen, ist die Ertragslage der Betriebe akut belastet. Wenn auf Dauer die traditionellen Abnehmer für SNP und die Pelletswerke bzw. die energetische Verwertung die bereitgestellten Mengen nicht abnehmen können, muss die Sägeindustrie erneut alternative Absatzmöglichkeiten erschließen.

Auch interessant