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Solarenergie

Eine Frage der Politik

Dieser Artikel ist zuerst im Bayerischen Landwirtschaflichen Wochenblatt erschienen.

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von , am
14.06.2017

Messen wie die Intersolar sind auch immer ein Spiegelbild der momentanen Politik. Mit Einführung des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) entwickelte sich eine Branche, die es vorher so gut wie gar nicht gab. Die Intersolar wuchs und wuchs.

Ein Kommentar von Rainer Königer, Wochenblatt-Redakteur, rainer.koeniger@dlv.de © Archiv/BLW

Doch dann kam man in den Berliner Regierungszimmern auf die Idee, dem Energiewendeprogramm die Federn auszureißen. Um dies den Bürgern nachhaltig auf die Stromrechnung zu schmieren, erfanden die Polit-Strategen die EEG-Umlage. Und schon waren die erneuerbaren Energien ein ungeliebter Kostenfaktor. Dass der Bürger bis dahin auch die Subventionen für den Kohle- und Atomstrom berappen musste, stand auf einem anderen Blatt, das schweigsam in einen dunklen Ordner im hintersten Eck abgeheftet wurde.

Die Branche scheint sich aber langsam von den Nackenschlägen zu erholen. Auch deshalb, weil andere Länder jetzt dem nacheifern, was die EEG-Pioniere in Deutschland angestoßen haben. Die Branche ist innovativ und wird immer kostengünstiger. Strom aus PV-Anlagen kostet heute nur noch einen Bruchteil von dem, was er vor 10 oder 20 Jahren kostete. Der selbe Trend ist auch bei anderen erneuerbaren Quellen zu beobachten. Windstrom an Land unter 6 ct/kWh, das wäre früher unmöglich gewesen. Der erneuerbare Strom ist kein Kostentreiber mehr. Dieses Argument zählt nicht mehr.

Was definitiv teuer wird, ist der dazugehörige Leitungsbau. Zum Glück ist in Berlin noch keiner auf die glorreiche Idee gekommen, eine Leitungsumlage zu erheben. Natürlich werden die Leitungen auch so von den Bürgern bezahlt. Das ist auch klar. Wenn man allerdings vor der Wahl steht, für eine Stromleitung zu zahlen, die irgendwann steht, oder ob man lieber die Milliardengewinne der Atomkonzerne und Ölmultis aufpumpt, fällt die Entscheidung nicht sehr schwer.

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