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Energie

Mit der Kraft der Sonne kühlen

on_Hopsteiner Geschäftsführer 2
Helga Gebendorfer
am
23.08.2019

Hopsteiner weiht neues Hopfenlager mit großer PV-Anlage ein

Mit einem Fest weihte die Firma Hopsteiner in Mainburg im Landkreis Kelheim nach nur zwölfmonatiger Bauphase ihr neues Hopfenkühllager im Gewerbegebiet Rehmoostal in Elsendorf ein. Das Bauwerk bietet eine Lagerkapazität von rund 70 000 Rechteckballen bzw. 4100 t Rohhopfen auf 6500 m2 Fläche und setzt damit einen weiteren Meilenstein in der Zukunftssicherung der Hopsteiner-Gruppe in Europa.

on_Hopfenlagerhalle Steiner

Verkehrsgünstig, zukunftsorientiert und klimaneutral – diese drei Kriterien standen beim neuen Bauwerk im Vordergrund und sind auch sonst in der Unternehmensphilosphie tief verankert. Grund für die neue Investition: Engpässe in Lagerkapazitäten und Logistik durch steigende Anbauflächen sowie Hopfensorten mit höherem Ertrag bei abnehmender Zahl an Landwirten bzw. Hofstellen. Mit dieser Maßnahme sind Idealbedingungen direkt nach der Hopfen-Übernahme bis zum Zeitpunkt der Verarbeitung geschaffen worden und somit auch eine Qualitätsverbesserung und Versorgungssicherung der Werke in Au und Mainburg.

Demnach besitzt das Hopfenverarbeitungs- und -vermarktungsunternehmen nun mit seinen vier Kühlhäusern zusammen eine Lagerfläche von 120 000 Zentner oder 6000 t Rohhopfen, die in der Regel zweimal jährlich befüllt werden, so dass im Endeffekt 12 000 t Hopfen umgeschlagen werden.

Sonne und Hopfen

Die neue Lagerhalle misst 170 mal 40 m und stützt sich auf 84 Betonfertigstützen mit 1100 t Gesamtgewicht. Das Dach besteht aus 27 Holzleimbindern mit 1,3 km Gesamtlänge und 50 km Holzbrettern, so dass insgesamt ca. 650 m3 Leimholz verbaut wurden. Die 8000 m2 große Dachfläche ist ausgerüstet mit einer 750-kWp-Photovoltaikanlage. Von den jährlich erzeugten 750 000 kWh benötigt das Kühlhaus 600 000 kWh. Der Rest wird ins Netz eingespeist. Damit ist ein weiteres Fundament für die eigene Energieerzeugung gelegt.
Derzeit wird auch auf die bestehenden Lagerhallen in Mainburg eine 750-kWp-PV-Anlage installiert, die im Frühjahr 2020 einsatzbereit sein soll. Zusammen mit der 240-kWp-Anlage auf dem 2007 errichteten Rohhopfenlager in Mainburg werden dann alles in allem 1,7 Mio. kWh Strom mit Photovoltaik erzeugt. Damit nicht genug: Voraussichtlich im April 2020 geht zudem ein neues, mit Erdgas betriebenes Blockheizkraftwerk in Betrieb, das schätzungsweise weitere 1,2 bis 1,3 MWh Strom produziert. So kommen dann insgesamt 3 bis 3,5 Mio. kWh zusammen, die zu 50 bis 60 % für sämtliche Produktionsprozesse des Unternehmens verwendet werden.
2011 übernahm Hopsteiner das benachbarte, in Insolvenz gegangene Biomasseheizwerk mit 5,7 MW Leistung. Der erzeugte Dampf wird genutzt als Prozesswärme für die Hopfenverarbeitung und alle Hopfen-Extraktionslinien. Die durch die Prozesskälte erzeugte Abwärme heizt die Firmenräumlichkeiten von Hopsteiner und der Tochterfirma Hallertauer Hopfenveredlungsgesellschaft mbH (HHV). Seit 2013 wird sowohl in den Kühlanlagen der Kühlhäuser als auch für die Prozesskälte mit den natürlichen Kältemitteln Propan und Kohlensäure gearbeitet, die klimaneutral sind. Das verursacht zwar höhere Kosten, aber diese arbeiten effektiver und benötigen weniger Strom.
Das vom Heizwerk erzeugte Heizwasser versorgt das benachbarte Gewerbegebiet in Form von Heizung und Brauchwasser. Je nach Witterung werden 2000 t bis 2800 t Hackschnitzel benötigt, die die Waldbauern aus der Region liefern.
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