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Biomasse

Landschaftspflegematerial für die Biogasproduktion geeignet

von , am
19.05.2015

<b>Karlsruhe</b> - Im Vergleich zu Silomais bestehen aber Wettbewerbsnachteile.

© Rainer Sturm
Im Auftrag des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR) hat das Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) in Kooperation mit der Landesanstalt für Agrartechnik und Bioenergie der Universität Hohenheim untersucht, ob Landschaftspflegegras zur Biogasproduktion geeignet ist und welche Mehrkosten damit verbunden sind.
Neben der techno-ökonomischen Analyse der gesamten Produktionskette - von der Ernte bis zur Verwendung in der Biogasanlage - waren hierfür vor allem verfahrenstechnische Untersuchungen zur mechanischen Substrataufbereitung und zu den erzielbaren Biogaserträgen nötig.
„Die Ergebnisse unserer Untersuchung“, so ITAS-Projektleiter Ludwig Leible, „stützen die Einschätzung, dass Landschaftspflegematerial für die Biogasproduktion geeignet ist“. Im Vergleich zu Silomais, der derzeit in Deutschland rund 55 % zur Biogasproduktion beiträgt, bestehen aber Wettbewerbsnachteile. Wie die Untersuchung zeigt, liegt dies zum einen an geringeren Hektarerträgen - für Ernte und Transport ist deshalb ein vergleichsweise hoher Arbeitszeitbedarf nötig - und an den geringeren spezifischen Biogaserträgen pro Tonne der organischen Trockensubstanz.
Zwei exemplarisch untersuchte Biogasanlagen in Baden-Württemberg, so rechnen die Wissenschaftler vor, müssten zur Erhaltung ihrer Wettbewerbsfähigkeit zusätzlich eine Flächenprämie von rund 200 € pro Hektar erhalten, um 20 % des bisherigen Substrates durch Landschaftspflegegras zu ersetzen. „Dennoch“, so Leible, „plädieren wir für die Verwendung von Landschaftspflegematerial in Biogasanlagen, auch wenn dies zusätzlichen Förderungsbedarf nötig macht. Der damit geleistete Beitrag beispielsweise zum Erhalt von Streuobstwiesen oder generell zur Verbesserung des Landschaftsbildes sollte uns dies wert sein.“ (pd)
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