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Nachwachsende Rohstoffe

Mehr Biokunststoffe

pd
am
22.02.2017

Hürth - Trotz schwierigem Marktumfeld konnten bio-basierte Polymere weltweit zulegen.

Biokunststoffe

Die weltweite Produktionskapazität bio-basierter Kunststoffe ist im Zeitraum von 2015 bis 2016 um 4 % auf 6,6 Mio. t angestiegen, was einen Anteil von 2 % am Gesamtmarkt für Polymere entspricht. Der Umsatz mit bio-basierten Polymeren betrug im Jahr 2016 rund 13 Mrd. € gegenüber 11 Mrd. €. im Jahr 2014. Prognosen gehen davon aus, dass die Produktionskapazität bio-basierter Polymere bis zum Jahr 2021 auf 8,5 Mio. t anwachsen wird, wie das nova Institut berichtet.

Das Wachstum der bio-basierten Polymerkapazitäten deckt sich mit den Wachstumsraten des Gesamtmarktes für Polymere. Betrug die jährliche Wachstumsrate zwischen 2012 und 2014 noch 10 %, liegen die jährlichen Wachstumsraten aktuell nur noch bei 4 % für die Jahre 2015 bis 2021. Dieses Wachstum entspricht dem Wachstum des Gesamtmarktes für Polymere. Die Hauptgründe für das schwächere Wachstum liegen beim niedrigen Ölpreis, in mangelnder politischer Unterstützung sowie in einer Kapazitätsauslastung, die langsamer ansteigt, als erwartet (siehe Grafik).

Nicht alle bio-basierten Polymere sind biologisch abbaubar. Einige bedeutende Polymere jedoch sind es, zu diesen zählen u.a. Polyhydroxyalkanoate (PHA), Polymilchsäure (PLA) und Stärke-basierte Polymerblends. Eine starke politische Unterstützung biologisch abbaubarer Kunststoffe in der Verpackungsindustrie findet man ausschließlich in Italien und Frankreich. Die Nachfrage nach biologisch abbaubaren Verpackungen weist daher immer noch zweistellige Wachstumsraten auf. Eine zusätzliche Nachfrage könnte aus der zunehmenden Mikroplastikproblematik („marine littering“) entstehen, bisher konnten biologisch abbaubare Kunststoffe aber nicht von dieser Diskussion profitieren.

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