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Koppelprodukte

Raps liefert Öl und Eiweißfutter

Raps in der Blüte
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
12.12.2017

Raps, Getreide oder Zuckerrüben liefern als Koppelprodukte wertvolle Futtermittel, die unter anderem den Verzicht auf GVO-Soja erlauben.

„Wer die Nachhaltigkeit von Biokraftstoff-Rohstoffen aus Anbaubiomasse wie zum Beispiel Palmöl auf den Ölertrag je Hektar reduziert, wertet mit Scheuklappen und lässt viele wichtige Aspekte der Nachhaltigkeit bewusst unerwähnt“, so der Der Vorsitzende der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP), Wolfgang Vogel. Der internationale Markt für Pflanzenöle sei derzeit von einem deutlichen Überschuss gekennzeichnet. Gerade die hohe Palmölproduktion hat die Pflanzenölpreise in den vergangenen Wochen erheblich belastet und nach unten gezogen. Die globale Palmölproduktion steige aktuell infolge von Flächenausweitungen durch legale und illegale Rodungen sowie durch den Einsatz neuer Hybridsorten mit hohem Ertragspotenzial.

Natürlich müsse das Palmöl zur Biodieselherstellung nachhaltig zertifiziert sein, wenn es für die Biokraftstoffproduktion in der Europäischen Union verwendet werden solle. Dies gelte aber nur für den Biokraftstoffbereich, nicht für den Einsatz in der Nahrungsmittelindustrie oder in der Oleochemie. Dort werde lediglich auf freiwillige Zertifizierungssysteme zurückgegriffen. „Aber was ist mit all den anderen positiven Aspekten, die zum Beispiel der Anbau von Raps in Europa mit sich bringt, vor allem die Lieferung von dringend benötigten und stark nachfragten Mengen an gentechnikfreiem Rapsfuttermitteln? Oder weiteren Aspekten wie die Erweiterung der Fruchtfolge mit einer Blühpflanze und dem damit verbundenen Beitrag zur Steigerung der Biodiversität im Ackerbau? Diese Bewertungsseite ist bei der Ölpalme leer“, hält Wolfgang Vogel fest.

Der UFOP-Vorsitzende fordert daher eindringlich, bei den derzeit laufenden Verhandlungen zur Neufassung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie in Brüssel insbesondere den Aspekt der Lieferung wertvoller heimischer Futtermittel als Koppelprodukt der Verarbeitung von Raps, Getreide oder Zuckerrüben zu Biokraftstoffen zu berücksichtigen. Viele EP-Abgeordnete unterstützten bereits den Ansatz einer weiteren Verwendung sogenannter „Highly sustainable crop-based biofuels (HSCB)“ in aktuellen Stellungnahmen. Darüber hinaus habe er es außerordentlich begrüßt, dass das EU-Parlament zur Palmölfrage in seiner Entschließung vom 4. April 2017 (2016/2222(INI)) klar Stellung bezogen habe. Das Parlament fordere darin, anstelle von Palmölimporten den nachhaltigen Anbau von Raps, Sonnenblumen und weiteren Alternativen als Beitrag zur Biodiversität zu fördern.

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