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Bienenschutz

Gemeinsam die Bienen schützen

Andrea Tölle
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Andrea Tölle, Wochenblatt
am
10.08.2017

München - Imker und Landwirte sollten stärker aufeinander zugehen.

Andrea Tölle

Bienen und Landwirtschaft, passt das zusammen? Ständig liest und hört man vom Bienensterben bedingt durch Pflanzenschutzmittel, die Intensivierung der Landwirtschaft, Monokulturen wie Mais und häufige Schnitte des Grünlands. Das stimmt einerseits. Doch andererseits engagieren sich immer mehr Landwirte und legen zum Beispiel Blühstreifen an. Diese liefern wertvolle Pollen für die gesamte Insektenwelt. Auch wird in der Entwicklung von Alternativkulturen für die Biogasanlagen wie etwa Silphie geforscht.

Imker und Landwirte sollten stärker aufeinander zugehen. Nur gemeinsam lassen sich die Herausforderungen meistern. Gemeinsam könnte man erreichen, dass auf öffentlichen Flächen bienenfreundliche Pflanzen angepflanzt werden. Schon ein Kreisverkehr mit einer entsprechenden Blühmischung kann hier eine wertvolle Hilfe sein oder auch Pflanzungen von bienenfreundlichen Linden statt anderer Bäume.

Und gemeinsam können Imker und Landwirte auch Aufklärungsarbeit über die Verantwortung gegenüber Tieren leisten, die man sich hält. Denn hier macht den Imkern die Zunahme mancher „exotischer Bienenhaltungen“ Sorge. Es werden immer wieder Systeme vorgestellt, die Menschen dazu verleiten, sich einfach Bienenvölker in den Garten zu stellen. Doch ohne fachkundige Pflege sind diese Völker oft nach einer Saison dem Tod geweiht und belasten die Bienenstände in der Umgebung. Imkerei ist eine Tierhaltung wie andere auch und bedingt ebenso eine gewisse Verantwortung für das Lebewesen. Deshalb sollten nur Personen, die sich vorher entsprechend geschult haben, mit der eigenen Imkerei beginnen. Vor allem die Varroamilbe, die stets die volle Aufmerksamkeit des Imkers erfordert, kann über solche schlecht versorgten Stände wieder in die bereits behandelten Völker eingeschleppt werden.

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