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Schutzgebiete

„Ammerleite“ wird Naturwaldreservat

pd
am
14.10.2016

Peiting, Lkr. Weilheim-Schongau - Als landesweit 160. Naturwaldreservat hat Forstminister Helmut Brunner die 76 Hektar große „Ammerleite“ bei Peiting im Landkreis Weilheim-Schongau unter Schutz gestellt.

Seitlicher Lichteinfall im Wald

Der bislang von den Bayerischen Staatsforsten bewirtschaftete arten- und strukturreiche Mischwald an den Steilhängen von Ammer und Talbach kann sich damit ungestört von menschlichen Eingriffen entwickeln. „Die Ammerleite ist ein wahres Juwel der Natur und ein weiterer Mosaikstein in einem flächendeckenden Netz kleiner Urwälder in Bayern“, sagte der Minister. Hier seien schon heute nicht nur mächtige alte Tannen, Buchen sowie Edellaubbäume wie Bergahorn oder Esche zu finden, sondern zudem jede Menge Totholz, das unter anderem seltenen Pilzen wie dem Tannenstachelbart Lebensraum bietet. Das neue Naturwaldreservat steht im Dienst der Forschung: Experten der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) werden das Reifen, Vergehen und die Erneuerung des Waldes wissenschaftlich begleiten. „Unsere Naturwaldreservate zeigen, wie sich naturnahe Wälder auf den unterschiedlichsten Standorten entwickeln können“, so Brunner. Der Minister erwartet sich davon Erkenntnisse für noch mehr Naturnähe bei der Waldbewirtschaftung und für den notwendigen Umbau der Wälder in Zeiten des Klimawandels.

Von den 160 Naturwaldreservaten, die der Freistaat seit 1978 eingerichtet hat, befinden sich 155 im Staatswald und vier im Kommunalwald. Eines ist in privater Hand. Sie repräsentieren auf insgesamt 7.200 Hektar die wichtigsten Waldgesellschaften in Bayern – vom Zirbenwald in den Alpen bis zum Moorbirkenwald in der Rhön.

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