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F.R.A.N.Z-Studie

Artenvielfalt: Regelungen sind für Landwirte zu starr

von , am
22.09.2017

Berlin/Hamburg/Braunschweig - Wie kann mehr Biodiversität in der Landwirtschaft erreicht werden? Antworten auf diese Frage soll die vom Thünen-Institut für Ländliche Räume erarbeitete „F.R.A.N.Z.-Studie liefern, die gestern gemeinsam mit der Michael Otto Stiftung für Umweltschutz und dem Deutschen Bauernverband der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Die Studie wurde im Rahmen des Biodiversitätsprojektes F.R.A.N.Z. erstellt. Für die Studie wurden bundesweit 44 Landwirte und mehrere landwirtschaftliche Berater innerhalb und außerhalb des Projektes zu Hemmnissen und Verbesserungsmöglichkeiten bei der Umsetzung von Biodiversitätsmaßnahmen im Rahmen von Agrarumweltprogrammen befragt. „Die Befragung hat gezeigt, dass sowohl harte Faktoren wie die Wirtschaftlichkeit als auch weiche Faktoren wie das Image über die Umsetzung von Maßnahmen entscheiden. Um eine bessere Akzeptanz zu erreichen, müssten die Maßnahmen flexibler an regionale Ansprüche angepasst werden. Ebenso gilt es, die Kommunikation innerhalb der Landwirtschaft, aber auch nach außen in Richtung Gesellschaft zu intensivieren“, betonte Dr. Thomas Schmidt, Thünen-Institut, bei der Vorstellung der Studie in Berlin.

 

Stephan Zirpel, Geschäftsführer der Michael Otto Stiftung für Umweltschutz, sieht in der Studie einen elementaren Baustein des F.R.A.N.Z.-Projektes. „Wir brauchen nachhaltige Lösungen für mehr Biodiversität in der Agrarlandschaft. Die vorliegende wissenschaftliche Studie liefert dazu wichtige Erkenntnisse und Ansatzpunkte. Auch eine Veränderung der Rahmenbedingungen ist notwendig, damit mehr Biodiversitätsmaßnahmen in der intensiven Landwirtschaft umgesetzt werden“, verdeutlichte er.

Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, betont: „Das Rad muss nicht immer wieder neu erfunden werden. Unser Ziel ist es, auch das vorhandene Instrumentarium optimal zu nutzen. Die Agrarumweltpolitik könnte noch erfolgreicher sein, wenn die Maßnahmen flexibler zu nutzen wären und die betrieblichen und standortspezifischen Besonderheiten besser berücksichtigt werden könnten. Das Engagement der Landwirte für mehr Biodiversität darf nicht durch Bürokratie, starre Vorgaben, unklare Perspektiven und eine zu geringe Honorierung der Naturschutzleistungen ausgebremst werden.

Die F.R.A.N.Z.-Studie liegt zum Download unter www.franz-projekt.de/service/downloads bereit.

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