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Baumschutz

Borkenkäfer schwärmen aus

pd
am
11.07.2016

München – Das regnerische Frühjahr hat die Entwicklung der Borkenkäfer in den bayerischen Wäldern gebremst, aber nicht gestoppt.

Wie Forstminister Helmut Brunner in München mitteilte, ist in den nächsten Tagen mit einem weiteren großen Schwärmflug der Waldschädlinge zu rechnen. Der kann heuer zu einer starken Vermehrung der Käfer führen, weil ihre Zahl schon jetzt deutlich höher ist als in den vergangenen Jahren – das zeigen die Fangzahlen spezieller Borkenkäferfallen. Brunner appelliert deshalb an die Waldbesitzer, der Kontrolle ihrer Fichtenwälder weiter höchste Priorität einzuräumen. Um befallene Bäume zu erkennen, müsse man jetzt besonders genau hinschauen. Denn wegen des vielen Regens bleiben die Baumkronen trotz abfallender Rinde lange grün. Frisch befallene Bäume sind laut Brunner am braunen Bohrmehl zu erkennen, das sich auf Rindenschuppen, am Stammfuß, in Spinnweben oder auf der Bodenvegetation sammelt. Sie sollten rasch aufgearbeitet und entrindet oder mindestens 500 Meter aus dem Wald transportiert werden. Der Minister rät zudem, die Baumkronen zu häckseln, denn die Käfer nutzen schon Äste ab drei Zentimetern Durchmesser als Brutstätte. Die Entnahme befallener Bäume ist laut Brunner die einzig wirksame Methode, um eine Massenvermehrung zu verhindern, die auch größere Waldflächen zum Absterben bringen kann.

Im vergangenen Jahr hatten der trockenwarme Sommer und das nach dem Sturm Niklas reichlich vorhandene Brutmaterial den Borkenkäfern ideale Lebensbedingungen beschert. Erstmals seit Jahren konnten die Schädlinge drei vollständige Generationszyklen durchlaufen und anschließend in großer Zahl im Boden und unter der Rinde befallener Fichten überwintern. Deshalb hatte heuer schon der erste Schwärmflug im April für eine starke Vermehrung  gesorgt. Detailinfos zum Borkenkäfer und einen Überblick über die aktuelle Gefährdungslage gibt es unter www.borkenkaefer.org. Beratung und Unterstützung bieten die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und die forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse.

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