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Gesündere Waldböden

Ergebnisse der zweiten Bodenzustandserhebung im Wald

Seitlicher Lichteinfall im Wald
dp
am
05.12.2016

Berlin - Der Zustand der Waldböden in Deutschland hat sich leicht verbessert - das zeigt die zweite Bodenzustandserhebung (BZE) im Vergleich zu den Ergebnissen der ersten Bodenzustandserhebung vor rund 25 Jahren. Die nachhaltige Waldbewirtschaftung der Waldbesitzerinnen, Waldbesitzer, Försterinnen und Förster wirkt. Die aktuelle BZE belegt den Erfolg der deutschen Forst- und Umweltpolitik.

Seitlicher Lichteinfall im Wald

Dank vermehrter Luftreinhaltung, Waldumbau und Bodenschutzkalkungen haben die Waldböden begonnen, sich zu erholen:

  • Die Böden enthalten weniger Säure. Das zeigen die gestiegenen pH-Werte.
  • Der Humuszustand und die Basensättigung der Böden haben sich verbessert.
  • Die Bodenschutzkalkung wirkt: noch viele Jahre nach einer Kalkung von durch Luftschadstoffen stark versauerten Böden sind dort der pH-Wert, die Basensättigung und die Nährstoffversorgung der Bäume besser als auf vergleichbaren ungekalkten Waldstandorten.
  • Der Waldboden bis in 90 cm Tiefe inklusive Humusschicht enthält mehr als die Hälfte des gesamten in Wäldern gespeicherten Kohlenstoffs: 1.321 Millionen Tonnen (119 Tonnen Kohlenstoff je Hektar). Für die Berichterstattung nach dem Kyotoprotokoll werden nur die Humusauflage und die oberen 30 cm des darunterliegenden Mineralbodens berücksichtigt. Sie speichern jährlich rund 15 Millionen Tonnen Kohlendioxid und entlasten so die Atmosphäre. Damit leisten Waldböden aktiven Klimaschutz.
  • Die Schwermetalleinträge in den Wald und der Gehalt an Schwermetall in der Humusauflage haben abgenommen.
  • Fichten, Kiefern, Buchen und Eichen sind überwiegend gut ernährt.
  • Der Anteil der BZE-Punkte , auf denen die kritischen Eintragsraten (Critical Loads) für eutrophierenden Stickstoff überschritten werden, ist von 77 Prozent in 1990 auf 52 Prozent in 2015 gesunken.

Weitere Maßnahmen sind erforderlich, um die Luft reinzuhalten und Stickstoffemissionen - u.a. verursacht durch Verbrennungsprozesse der Industrie und des Verkehrs sowie durch Ammoniak aus der Landwirtschaft – weiter zu verringern. Um Ammoniakemissionen aus der Landwirtschaft zu reduzieren, hat das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) Maßnahmen in der Düngeverordnung vorgesehen. Als ein wichtiger Schritt wurde die Förderung für Maßnahmen zur emissionsarmen Gülleausbringung aufgestockt.

Darüber hinaus gilt es, die nachhaltige und bodenschonende Waldwirtschaft fortzuführen - zugunsten lebendiger Waldböden und gesunder und leistungsfähiger Wälder. Das BMEL setzt sich dafür ein, dass im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" sowie in den EU-Programmen zur Förderung des ländlichen Raums auch weiterhin Maßnahmen zur nachhaltigen, naturnahen Waldbewirtschaftung und die Bodenschutzkalkung gefördert werden können.

Bundesweite BZE: über 1.500 Bodenprofilgruben, Baumkronen erklettert und 50.000 Proben ausgewertet

Rund 1.900 Wald-Stichprobenpunkten wurden auf einem 8x8 km Raster über ganz Deutschland verteilt. Auf ihnen wurden zwischen 2006 und 2008 möglichst 90 cm tiefe, rechteckige "Löcher" (Bodenprofilgruben) gegraben oder mit der Rammkernsonde Bohrkerne gewonnen. Wissenschaftler nahmen Humusproben sowie Bodenproben aus unterschiedlichen Tiefen. Hoch oben in den Baumkronen wurden Blatt- und Nadelproben gesammelt. Hierbei kamen über 50.000 Humus-, Boden- und Nadel-/Blatt-Proben zusammen, die anschließend in den Laboren auf ihre chemischen und z.T. auch physikalischen Eigenschaften untersucht wurden.

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