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Wald

Förster schimpfen über volle „Hundetüten“ im Wald

Dieser Artikel ist zuerst im Bayerischen Landwirtschaflichen Wochenblatt erschienen.

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Hundekot
© BaySF
von , am
17.07.2017

Buchenberg/Lks. Oberallgäu - Ein Thema, das im wahrsten Sinne des Wortes keiner aufgreifen will, wird zunehmend zu einem echten Ärgernis im Wald: Entlang mancher Wege findet man bald mehr in Plastikbeuteln konservierten Hundekot als weggeworfene, zersetzbare Taschentücher

Wie an vielen Erholungseinrichtungen, befindet sich seit ein paar Jahren auch am Wanderparkplatz Wirlinger Wald bei Bechen ein Spender mit Plastikbeuteln zur Beseitigung der Hinterlassenschaft von Vierbeinern. Dieses Angebot an den aufmerksamen Tierfreund ist eigentlich ein sehr guter Ansatz, um diverse Unannehmlichkeiten bis hin zu ernsthaften gesundheitlichen Schäden z. B. bei Weidetieren vermeiden zu helfen.

„Eine gute Idee mit leider immer öfter schlechter, manchmal sogar böswilliger Umsetzung“, schüttelt der für den Wirlinger Wald zuständige Förster Markus König von den Bayerischen Staatsforsten verständnislos den Kopf. Das Verhalten einiger Hundehalter ist schlichtweg rücksichtslos: Sie entsorgen den gefüllten Beutel nicht in dem dafür vorgesehenen Container, sondern werfen ihn achtlos in den Wald. Manchmal geschieht dies auch noch mit so gekonntem Schwung, sodass sich die Wurfgeschosse auf Augenhöhe in Ästen oder Zweigen verfangen. „Jeder kann sich unschwer vorstellen, wie es ein Waldarbeiter ,dufte findet‘, wenn er mit der Motorsäge oder dem Freischneider – beides Geräte mit hoher Drehzahl – an so einen Beutel gerät“, ergänzt Forstbetriebsleiter Jann Oetting. „Was komisch klingt, ist aber für die weitaus größte Zahl der Waldbesucher oder der im Wald Arbeitenden ein echtes Ärgernis!“, so Oetting weiter.

Nicht begeistert

Förster König weiß zudem zu berichten, dass gerne auch Hochsitze oder Baumstümpfe kunstvoll drapiert werden, ebenso Grenzsteine oder Markierungspfosten. Bei allem Verständnis für moderne, amorphe Kunstwerke, hält sich die Begeisterung der Förster sehr in Grenzen.

Markus König appelliert daher an die Waldbesucher mit Hunden: „Liebe Hundehalter, wenn Sie sich schon die Mühe machen und den Beutel zweckbestimmt verwenden, dann bitte, nehmen Sie ihn mit zu dem dafür vorgesehenen Behältnis. Das ist keine große Mühe und Sie machen den Wald attraktiver und auch ein wenig appetitlicher für die Leute, die dort arbeiten. Und die anderen Waldbesucher werden es Ihnen danken!“

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