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Naturschutz

Forschungsprojekt zur Jagd im Bergwald

pd
am
28.10.2016

München - Landwirtschaftsminister Helmut Brunner hat ein Forschungsvorhaben gestartet, das die Bejagung von Rehen, Hirschen und Gämsen in den bayerischen Bergwäldern optimieren soll.

Reh auf Wiese

Wie Brunner in München mitteilte, soll das auf drei Jahre angelegte Projekt dazu beitragen, den Bergwald mit seinen vielfältigen Schutzfunktionen zugleich auch dauerhaft als Lebensraum für das Wild zu erhalten. „Wir brauchen gleichermaßen intakte Bergwälder und gesunde, artenreiche Wildbestände“, sagte der Minister. Weil aber zu viel Wild die Verjüngung der Wälder gefährde, seien passgenaue und effiziente Bejagungskonzepte notwendig, die den komplexen Wechselwirkungen zwischen Wald und Wild sowie zwischen den einzelnen Wildarten Rechnung tragen. Das Forschungsprojekt soll laut Brunner noch gezieltere Informationen dafür liefern. Der Minister erwartet sich davon auch eine Versachlichung der Diskussionen über zu hohe oder zu niedrige Abschusszahlen.

Das Projekt wird von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) gemeinsam mit den Forstbetrieben Bad Tölz und Ruhpolding der Bayerischen Staatsforsten durchgeführt und von international anerkannten Wildbiologen begleitet. In zwei repräsentativen Modellgebieten an der Kampenwand und im Karwendel erheben die Wissenschaftler Daten der drei für den bayerischen Alpenraum typischen Wildarten Reh, Hirsch und Gams – das geschieht über genetische Analysen des in Jägerkreisen „Losung“ genannten Kots. Diese neuartige Methode ermöglicht Experten zufolge genauere Aussagen etwa über Populationsgröße, Geschlechterverhältnis und räumliche Verteilung der Tiere. Die Daten sollen anschließend mit Informationen zum Jagdmanagement, zur Verjüngungssituation in den Wäldern oder zur Schutzwaldsanierung verknüpft und Jägern und Förstern als Entscheidungshilfe zur Verfügung gestellt werden. Die Projektkosten von 480.000 Euro trägt das Forstministerium.

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