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Umwelt

Glyphosat: EU-Mitgliedstaaten stimmen Verlängerung zu

von , am
23.09.2015

<b>Brüssel</b> - Zulassung wird um sechs Monate ausgedehnt.

© Thorben Wengert / pixelio.de
Die Zulassung des Herbizidwirkstoffes Glyphosat wird um ein halbes Jahr verlängert, damit die Wissenschaftler noch einmal gründlich mögliche Krebsrisiken untersuchen können. Die Europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) braucht die Fristverlängerung. Ohne Verlängerung wäre die Zulassung für Glyphosat am 31. Dezember 2015 ausgelaufen. Im Ständigen Ausschuss für die Lebensmittelkette in Brüssel stimmten die EU-Mitgliedstaaten der Übergangsregelung mit qualifizierter Mehrheit zu. Die EU-Kommission betonte, die Verlängerung sei kein Votum für oder gegen das Pflanzenschutzmittel. Sie führt allein das Prozedere als Grund an.
In der Zwischenzeit hat eine Expert Taskforce versucht, den unterschiedlichen Einschätzungen zu Glyphosat von zwei Gremien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf den Grund zu gehen. Herausgekommen ist, dass das Joint Meeting on Pesticides and Residues (JMPR) seine Bewertung für Glyphosat als nicht gesundheitsgefährdend für den Menschen aus dem Jahr 2004 mit neueren Erkenntnissen überprüfen muss. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der WHO hatte hingegen zu Beginn des Jahres Glyphosat als Kanzerogen Gruppe 2A, als wahrscheinlich krebserregend für den Menschen, eingestuft. Die Arbeit der Taskforce, an der auch das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) beteiligt war, ist jetzt abgeschlossen und eröffnet nunmehr die Möglichkeit zu einem wissenschaftlichen Divergenzverfahren innerhalb der WHO.  (aiz)
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