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Landflucht vorbeugen

Gute Ideen nachahmen

Elisabeth Jahrstorfer
am
04.08.2016

München - Viele Menschen leben gerne auf dem Land. Nur eine Minderheit treibt es freiwillig hinaus in die Städte und die große weite Welt.

Die meisten schätzen die vertraute Umgebung, die Nähe zur Familie und den Freunden. Trotzdem müssen auch viele von ihnen von zu Hause weggehen, weil sie auf dem Land keine Arbeit finden, speziell wenn sie gut ausgebildet sind. Oder weil sich Familie und Beruf aufgrund fehlender Kinderbetreuung nicht vereinbaren lassen. So blutet das Land aus. Wer einmal weg ist, dessen Kinder kommen nicht zurück. Am Schluss bleiben nur die Alten, denen es ohne die Hilfe der Jungen aber auch nicht gut geht.

Die Bürgermeister und die Verwaltung für Ländliche Entwicklung sind sich des Problems bewusst. Der Staat schafft Instrumente, um der Landflucht entgegenzuwirken. Mit mehr oder weniger Erfolg.

Der selbstkritische Blick auf diese Instrumente war eines der Hauptthemen auf der Tagung in Essenbach. Professor Mark Michaeli von der TU München hat im staatlichen Auftrag die Schwächen aufgedeckt: Es wird zu viel geplant und zu wenig umgesetzt. Einfach anpacken würde mehr bringen. Oft fehlt das Geld, das aber woanders da wäre. Außerdem herrscht ein unüberschaubares Gewirr an Programmen, die eigentlich miteinander abgestimmt werden müssten. Mit einem Wort, es wäre mehr möglich, wenn man sich nicht selbst im Wege stünde.

Dass trotz Bürokratie und Wirrwarr einiges vorwärts geht, wenn man will, zeigten die Beiträge der eingeladenen Bürgermeister. Andere Gemeinden könnten von ihnen lernen. Oft genügt es, den gesunden Menschenverstand einzusetzen, vertrauensvoll zusammenzuarbeiten, gute Ideen aufzugreifen und die Bürger zu beteiligen. Und man muss dranbleiben. Dann schafft man es auch in abgelegenen Regionen, dass die Einwohnerzahl wieder zunimmt.

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