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Rahmenvereinbarung für den Rohholzhandel in Deutschland (RVR)

Käferholz: Streit um die Klassifizierung

Holzstapel
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
02.10.2017

Berlin - Nach Ansicht des Deutschen Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) ist vom Borkenkäfer befallenes Holz – ohne Ausnahme – höchstens der Qualitätsklasse C zuzuordnen. Nachdem die Rahmenvereinbarung für den Rohholzhandel (RVR) dies nicht hergibt, beruft er sich auf das protokollierte Verhandlungsergebnis von 2014 zur RVR.

Die 2015 eingeführte Rahmenvereinbarung für den Rohholzhandel in Deutschland (RVR) soll als bundeseinheitliche Grundlage für Verträge zwischen Forst- und Holzwirtschaft dienen. Sie hat zum Ziel, Vermessungsverfahren, Holzmaße und Sortimentsstrukturen zu standardisieren und damit den Rohholzhandel zu erleichtern und transparent zu gestalten. Die Bewertung von Käferholz ist darin aber nicht eindeutig geregelt. Ein vermeidbarer Umstand, wie DeSH-Hauptgeschäftsführer Lars Schmidt findet. Seiner Ansicht nach ist der Interpretationsspielraum in der Käferholzsortierung im aktuellen RVR-Text einem redaktionellen Fehler geschuldet. Das protokollierte Verhandlungsergebnis von 2014 sei jedoch klar: Vom Borkenkäfer befallenes Holz sei – ohne Ausnahme – höchstens der Qualitätsklasse C zuzuordnen. Dass der Passus nicht in die publizierte Fassung eingegangen sei, sei lediglich ein Versäumnis, so der DeSH.

Die Forstseite in den Gremien der RVR sieht das aber anders und stellte sich bei einer Änderung des Textes quer. Gerade der öffentliche Waldbesitz ist in Verhandlungen ein starker Partner, der die Rahmenvereinbarung für sich zu interpretieren weis.

Das will der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. nun so aber nicht hinnehmen und fordert eine  Korrektur der seiner Ansicht nach fehlerhaften Käferholzregelung.

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