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Klima-Report

Neun Tage früher Frühling

pd
am
10.12.2015

München - Der Klimawandel in Bayern ist Fakt. Das zeigt ein neuer Klima-Report sehr deutlich.

Bei der Vorstellung des Klima-Reports am Dienstag in München betonte die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf: "Der Klimawandel ist auch in Bayern mit den Händen zu greifen. Von der Verschiebung der Jahreszeiten bis zur Erwärmung unserer Gewässer: Der neue Klima-Report ist unsere Enzyklopädie der
Klimaveränderung in Bayern. Der Klima-Report schaut erstmals in einer Gesamtsicht mit der Lupe auf Bayern. Ein weiterer, ungebremster Klimawandel wird das Gesicht des Freistaats verändern."

Schon heute haben sich in Bayern die Jahreszeiten aufgrund des Klimawandels verschoben. Der Frühling beginnt inzwischen neun Tage früher, die Vegetationsperiode ist in den letzten 50 Jahren um 26 Tage länger geworden. Auch die heißen Tage mit Temperaturen von mindestens 30 Grad Celsius nehmen zu. Zwischen 1971 und 2000 gab es im Mittel fünf Tage pro Jahr. Bis Mitte des Jahrtausends könnte die Zahl um bis zu 14 Tage steigen. Bis 2100 könnten sogar bis zu 30 heiße Tage dazu kommen – es droht in Bayern ein Temperaturanstieg um bis zu 4,5 Grad Celsius.

Auch die mittlere Jahrestemperatur der bayerischen Fließgewässer hat sich merklich erhöht, seit 1980 um rund 0,5 Grad Celsius je Dekade. Bis 2050 ist mit einer weiteren Zunahme der Temperatur allein durch den Klimawandel um 0,6 Grad Celsius zu rechnen. Damit sind weitgehende Veränderungen bei Tier- und Pflanzenarten verbunden, zum Beispiel der Rückzug der Bachforelle an den Oberläufen der Flüsse.

Gleichzeitig muss in allen Höhenlagen mit einem Rückgang der mittleren Schneedeckendauer um 30 bis 60 Tage gerechnet werden. Wie Alpengemeinden und andere touristische Regionen mit diesen neuen Rahmenbedingungen umgehen können, lässt das Umweltministerium gerade in der Gemeinde Mittenwald und Schwindegg untersuchen.

Der Anpassung an die Folgen des Klimawandels kommt in Zukunft eine entscheidende Bedeutung zu. "Wir wollen Bayern klimasicher machen. Das wird ein gemeinsames Großprojekt. Wir werden im Frühjahr 2016 unsere Klima-Anpassungs-Strategie fortschreiben", so Scharf. Dazu werden 15 Handlungsfelder jeweils mit konkreten Maßnahmen versehen: Vom Waldumbau bis zum Hochwasserschutz, vom Städtebau bis zum Tourismus. Auch die aktuellen Klima-Projektionen werden weiter regionalisiert. Scharf: "Wir wollen in den kommenden Jahren zeigen, wie sich das Klima in den einzelnen Regionen Bayerns entwickelt. Wissen ist die Grundlage unseres Handelns."

Der Klima-Report wurde gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst, dem Bayerischen Landesamt für Umwelt und der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus erstellt.

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