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Kalamitäten

Nach dem Sturm – vor dem Käfer?

Wald  im Sommer
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Sepp Kellerer, Wochenblatt
am
29.06.2017

München - Die Ruhe nach dem Sturm: Im letzten Jahr hat sich der Holzeinschlag wieder normalisiert hat, nachdem der Orkan Niklas 2015 doch einiges durcheinander gewirbelt hatte.

Sepp Kellerer

Es stellt sich nun die Frage, ob die Überschrift auch hätte lauten können: Die Ruhe vor dem Käfer? Wie die Auswertungen zeigen, ist letztes Jahr der Anfall an Käferholz gestiegen. Und das Käferjahr 2017 zeigt sehr hohe Anflugzahlen des Buchdruckers – inzwischen auch des Kupferstechers – an den Fallenstandorten. Das ist beunruhigend aber noch kein Grund zur Panik.

Natürlich müssen die Waldbesitzer das Ihre tun, um dem Käfer keine Luft zu lassen. Intensive und regelmäßige Kontrolle der Bestände an den Rändern der letztjährigen Befallsnester, bei den herrschenden warmen Temperaturen auch im Bestandesinneren, ist das Gebot der Stunde. Und wo Befall festgestellt wird, da müssen die Käferbäume natürlich schnellstmöglich aus dem Wald.

Wenn dann das Wetter noch ein wenig mitspielt, wenn die Bäume ausreichend Wasser bekommen, dann lässt sich die Schadholzmenge einigermaßen in Grenzen halten.

Auch für die Forstzusammenschlüsse ist die aktuelle Situation eine Bewährungsprobe. Ich bin ganz zuversichtlich, dass sie sie bestehen. Sie können das aber nur, wenn sich die Mitglieder auch bei ihnen melden.

Natürlich muss man die Realitäten sehen, aber wer seine Hausaufgaben macht, der darf auch ein gewisses Selbstbewusstsein an den Tag legen.

Wir setzen sehr viel Personal für die Käferkontrolle ein, wir haben ein effizientes Meldesystem bei Käferbefall und wir steuern die Einschlagskapazitäten zu den Brennpunkten – wir haben kein Käferproblem. Eine sicherlich mutige Aussage des größten bayerischen Forstbetriebes. Aber ist sie wirklich so verkehrt?

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