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Wildschweine

Von wegen dumme Sau

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Sepp Kellerer, Wochenblatt
am
15.12.2016

München - Eigentlich sind sie schon eine faszinierende Wildart, die Sauen. Man könnte sich an der Intelligenz und Gewitztheit dieser Wildart fast erfreuen, wenn da nicht die Wildschäden wären. Und die können einem die Zornesröte ins Gesicht – als betroffener Landwirt – oder den Angstschweiß auf die Stirn – als betroffener Jagdpächter – treiben.

Sepp Kellerer

Dass diese beiden Reaktionen immer häufiger auftreten, liegt auch daran, dass sich die Schwarzkitttel seit den 1980er Jahren massiv in Bayern vermehrt haben, was auch an den Jagdstrecken abzulesen ist.

Wenn die Jäger nicht zornesrote Jagdgenossen und die Jagdgenossen nicht kreidebleiche Jäger sehen möchten, und davon gehe ich aus, dann muss gemeinsam daran gearbeitet werden, das Schwarzwild wirksam einzudämmen. Und dabei könnte die moderne Kommunikationstechnik durchaus helfen. Natürlich kann man am PC oder am Smartphone keine Sauen schießen, aber wenn die Schäden, die Abschüsse und die Beobachtungen auf einer Internetplattform eingetragen werden, dann erhält man schneller ein besseres Bild über die Lebensgewohnheiten der Sauen in einem Gebiet und kann effektiver jagen. Darauf sind unabhängig voneinander der Bauernverband und der Jagdverband gekommen und haben jeweils ein eigenes Monitoringsystem angefangen. Der Staat ist auf den Zug aufgesprungen und man hat sich geeinigt, das Ganze im Wildtierportal Bayern einzubringen. Der Bauernverband hat das getan, der Jagdverband kocht entgegen ursprünglicher Zusagen weiter sein eigenes Süppchen und fordert nun staatliche Förderung für sein System.

Die Sauen wird die Zwietracht freuen, die Jagdgenossen eher nicht. Und auch die Jäger verlieren. Noch ist es für eine gemeinsame Sache absolut nicht zu spät. Nicht dass am Ende wieder die Sauen die klügeren sind.

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