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Klimaschutz

Vom Weltmarkt erdrückt

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Rainer Königer, Wochenblatt
am
04.05.2017

München - Wenn es um den Klimawandel geht, wird es wohl Wenige geben, die glauben, er sei reine Fiktion. Außer man heißt Donald Trump und behauptet, der Klimawandel sei eine Erfindung aus der Feder Chinas.

Um nachkommenden Generationen eine lebenswerte Erde zu hinterlassen, können wir nicht mehr so weitermachen wie bisher. Jeder muss seinen Beitrag leisten. Die Devise „Schneller, höher, weiter, immer mehr, mehr, mehr“ hat uns in diese Situation gebracht. Unter dem Spiel von Großkonzernen, systemrelevanten Banken und herzlosen Gesetzen der Globalisierung und des Weltmarkts scheint eine ganze Generation zu leiden. Dazu zählen auch und vor allem die Landwirte: vom Weltmarkt erdrückt und von der Gesellschaft in Sachen Tierhaltung abgewatscht. Und jetzt auch noch schuld am Klimawandel? Da darf einem als Landwirt schon einmal der Kragen platzen.

Schaut man hinter den Druck, der durch den Klimawandel erzeugt wird, dann verstecken sich dort auch Chancen. Die Krise als Chance sehen? Ja, ja, von dem Gewäsch haben nicht nur Sie die Schnauze voll. In Sachen Klimaschutz kann dies aber anders aussehen. Erstens wäre es schön, wenn das wunderbare Bayernland auch in Jahrzehnten noch vernünftig bewirtschaftet werden kann und nicht Dürren, Überflutungen und Hitzeperioden den Takt vorgeben. Zweitens ist der Klimaschutz kein Alleingang Deutschlands (siehe Seite 26): 141 Länder haben den Klimapakt unterzeichnet. Drittens betonen die Vereinten Nationen die unbedingte Sicherstellung der Lebensmittelproduktion.

Das sind echte Hausnummern, die auch von einem globalen Umdenken zeugen. Wenn dieses Umdenken heißt: „Runter vom Gas“ und lasst uns das ehrlich schätzen, was uns ernährt, wären wir auf einem guten Weg.

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