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Landtechnik

Antriebstechnik - neue Praxislösungen noch nicht in Sicht

Großtraktor
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Helmut Süß, Wochenblatt
am
18.01.2018

In den letzten Jahren waren die Ingenieure bei den Motor- und Traktorherstellern fast ausschließlich damit beschäftigt, die Erfüllung der Abgasnormen in den jeweiligen PS-Leistungsklassen technisch umzusetzen.

Das hat sehr viel Arbeitskraft und auch Kapital gebunden. Die Entwicklung neuer, sinnvoller Praxislösungen rund um den Traktor blieb (fast) auf der Strecke.

Lediglich neue Beleuchtungskonzepte hat fast jeder Traktorhersteller in den neuen, sehr stylischen Modellen umgesetzt. Bessere Sicht durch LED-Technologie bringt sicher mehr Vorteile als eine Designermotorhaube. LED-Scheinwerfer sind sowohl in der Leistung als auch in der Lebensdauer und Unempfindlichkeit gegenüber Erschütterungen unübertroffen.

Auch die Raupenfahrwerke bringen Vorteile in Bezug auf Bodenschonung und Traktion. Viele Mähdrescher werden heute schon mit dieser Option geordert. Neben den klassischen Vollraupen- gibt es auch die Halbraupenfahrwerke als sinnvollen Kompromiss für Straße und Acker.

Auf der anderen Seite arbeiten einige Schlepperhersteller wieder verstärkt an der Elektrifizierung. Nicht nur die Hersteller von Anbaugeräten kennen den Nutzen der Elektrifizierung gegenüber mechanischen bzw. hydraulischen Lösungen. Auf der Agritechnica gab es einige nennenswerte Neuheiten und Weiterentwicklungen. Hier stellt sich aber die Frage, wo macht der Elektroantrieb bei landwirtschaftlichen Fahrzeugen in der Praxis Sinn? Sie sind sicherlich durch den emissionsfreien und geräuscharmen Betrieb prädestiniert für den Stall- und Hofbereich oder im Kommunaleinsatz.

Dennoch bin ich der Meinung, dass uns der effiziente Dieselmotor noch eine längere Zeit begleiten wird. Dazu sind momentan im mittleren und oberen Leistungsbereich noch keine wirklichen Alternativen erkennbar. Ein E-Antrieb für den XXL-Traktor oben auf dem Foto ist für mich noch nicht vorstellbar.

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