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Pflanzenschutz

Fachkompetenz gefragt

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Helmut Süß, Wochenblatt
am
21.07.2016

München - Selbstfahrer oder noch selber fahren – diese eher provozierende Aussage trifft die aktuelle Situation im Bereich Pflanzenschutz.

Helmut Süss

Die Anforderungen im Pflanzenschutz sind hoch und mit schlagkräftiger Technik kann man das kurze Ausbringzeitfenster besser nutzen. Daraus stellt sich zwangsläufig die Frage: Soll man den Pflanzenschutz mit der eigenen Spritze erledigen oder auslagern? Aber egal ob überbetrieblich oder mit Eigenmechanisierung – die Arbeitsqualität muss stimmen. Dazu ist und bleibt eine hohe fachliche Kompetenz die wichtigste Grundlage. Denn bevor man mit der Feldspritze losfährt, gilt es vom Anwender, egal ob Landwirt oder MR-Mitarbeiter bzw. Lohnunternehmer, abzuklären: Welche Kombination von Pflanzenschutzmittel, Düsen, Tropfengröße bzw. Druckeinstellung,Wassermenge und Fahrgeschwindigkeit soll man wählen, um den gewünschten Erfolg zu erzielen? Dabei müssen zusätzliche witterungsbedingte Probleme wie Verdriftung bei stärkerem Wind, Verdunstungsgefahr bei höheren Temperaturen oder Einhaltung der Randstreifen mitberücksichtigt werden. Keine leichte Aufgabe! Ebenfalls keine leichte Aufgabe ist die Entscheidung, ob man den Pflanzenschutz aus der Hand gibt. Betriebswirtschaftliche Berechnungen und die gestiegenen Anforderungen drängen vielleicht den einen oder andern quasi dieses pflanzenbauliche Zepter abzugeben. Viele glauben, die Arbeitsqualität würde darunter leiden oder es wird nicht zum richtigen Zeitpunkt ins Feld gefahren. Hier ist neben Fachwissen auch Vertrauen und ausgereifte Technik gefragt. Doch was nützt die abdriftmindernde Düse, wenn 60 Prozent der Punkteinträge von Pflanzenschutzmittel über eine nicht sachgemäße Reinigung am Hof erfolgt. Dabei wäre das durch eine ordnungsgemäße Reinigung auf dem Acker möglich. Denn heute muss jedes Pflanzenschutzgerät entsprechend Frischwasser mitführen.

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