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Landschaftspflege

Freischneider pflegen: So läuft's rund

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Bayerische Waldbauernschule Kelheim/Goldberg
am
28.06.2018

Mähen, schneiden oder mulchen – damit Freischneidegeräte arbeiten wie sie sollen, brauchen sie entsprechende Wartung und Pflege. Auf was es dabei ankommt? Das verrät unsere Checkliste.

Freischneider-Anbaugeraete

Nicht nur im Wald, auch für die Pflege rund um Haus und Hof ist der Freischneider für viele nicht mehr wegzudenken. Trotzdem kommt die Gerätepflege oft zu kurz. Das rächt sich dann, wenn man den Freischneider „mal schnell braucht“ und der dann streikt. Dabei kann mit wenig Aufwand die Funktionsfähigkeit des Gerätes aufrecht erhalten werden. Auf Dauer erspart das Zeit, Geld und Nerven – und erhöht die Arbeitssicherheit.

Feillehre

Freischneider gibt es in verschiedenen Ausführungen, die man grob in zwei Typen unterteilen kann:

  • Geräte mit einer Leistung von 1,3 bis 2,7 kW: Sie eignen sich für die Landschaftspflege und unter Umständen für die Kulturpflege im Wald.
  • Geräte ab 2,8 kW Leistung: Sie werden für den Einsatz in der Jungbestandspflege benötigt.
Für die unterschiedlichen Einsätze gibt es auch unterschiedliche Mähköpfe: Vom Fadenmähkopf über Grassschneideblatt, Häcksel- und Dickichtmesser und Kreissägeblatt bis hin zu „Spezialanbauten“. Dazu zählen beispielsweise die TerraCut-Messer zum Anlegen von Saatplätzen oder Schneideköpfe mit gegenläufig rotierenden Schneiden – das verhindert das Umherfliegen von Teilen beim Mähen. Im Wald kommen am häufigsten das Dickichtmesser zum Ausgrasen und das Kreissägeblatt für die Jungbestandspflege zum Einsatz.
Doch das beste Werkzeug nützt nichts, wenn es nicht funktioniert wie es soll. Darum sollten Wartung und Pflege von Freischneidegeräten ernst genommen werden. Doch was genau gilt es da zu beachten?

Vor jedem
Einsatz prüfen

Vor jedem Einsatz sollten folgende Punkte geprüft werden:
  • Ist das Schneidwerkzeug in Ordnung? Es muss auf Risse kontrolliert werden. Neben den offensichtlichen Rissen gibt es auch Brüche, die nicht sichtbar sind. Sie können mit der sogenannten Klangprobe erkannt werden. Dafür wird das Schneid- oder Sägeblatt an mehreren Stellen mit einem metallischen Gegenstand (z. B. Kombischlüssel) angeschlagen. Ist das Werkzeug unbeschädigt, erklingt ein lang anhaltender Ton.
  • Ist mein Gerät scharf genug? Auch das sollte täglich überprüft und gegebenenfalls nachgebessert werden. Für das Schärfen des Dickichtmessers gibt es Lehren und Schablonen, die die Arbeit erleichtern. Um beim Nachschärfen ein Ausglühen des Stahls zu vermeiden, sollten Flachfeilen oder Nass-Schleifsteine eingesetzt werden. Beim Sägeblatt müssen neben der Schärfe zusätzlich die Zahnlänge und die Schränkung überprüft werden.
  • Ist mein Gerät voll funktionsfähig? Es sollte kontrolliert werden, ob alle Schrauben und Muttern fest sitzen. Außerdem müssen die Lufteinlässe frei sein. Um eine saubere Verbrennung zu garantieren, sollte auch der Luftfilter je nach Material ausgewaschen oder ausgeblasen werden. Abschließend empfiehlt es sich, einen Probelauf durzuführen und dabei die ordnungsgemäße Funktion des Freischneiders zu testen.

In regelmäßigen Abständen prüfen

Zusätzlich zu den täglichen Wartungs- und Pflegearbeiten müssen in regelmäßigen Abständen – oder nach längerem Nichtgebrauch – folgende Punkte beachtet werden:
  • Fettstand im Winkelgetriebe prüfen.
  • Zustand der Anwerfvorrichtung kontrollieren. Hier ist wichtig, dass das Anwerfseil in Ordnung ist und die Rückholfeder gut funktioniert.
  • Gleitstellen am Gerät regelmäßig ölen oder mit Grafit beweglich halten.
Falls der Freischneider für längere Zeit nicht mehr gebraucht wird, sollte der Tank vorher leer gefahren werden. Dabei sind die Herstellerangaben zu beachten. Kai Sühlfleisch
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