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Leistungspflügen

Gehören nicht zum alten Eisen

EM Pflügen
Michael Ammich
am
17.10.2017

Kadeltshofen - Acht Nationen gehen beim 20. Europawettbewerb im Oldtimer-Leistungspflügen an den Start.

EM Pflügen

Bevor die Mannschaften aus acht Nationen bei der „European Vintage Ploughing Championship“ in Kadeltshofen an den Start gingen, hieß es erst einmal „Antreten zum Mannschaftsappell“. Unter den hohen Masten mit den wehenden Fahnen von Deutschland, Belgien, Dänemark, England, den Niederlanden, Nordirland, Schottland und Wales stellten sich die Oldtimer-Leistungspflüger für das obligatorische Gruppenfoto auf. Am Ende wurden die deutschen Hoffnungen enttäuscht. Mit Paul Braunwarth aus Langenau erreichte aber immerhin ein Schwabe den fünften Platz im Drehpflügen.

Die drei Oberrichter des 20. Europawettbewerbs im Oldtimer-Leistungspflügen gehörten ebenfalls verschiedenen Nationen an: Werner Frings aus Deutschland, Berti Vanmeer aus Belgien und Sam Jones aus Wales. Unterstützt wurden sie von weiteren Preisrichtern aus den Teilnehmerländern. Gewertet wurden die Leistungen in den Sparten der Anhänge-/Hydraulikpflüge mit Schleppern bis zum Baujahr 1959 und der Classic-Maschinen mit Schleppern der Baujahre von 1960 bis 1975. Dabei orientierte sich das Urteil der Richter an ganz ähnlichen Kriterien wie im Bezirksentscheid der schwäbischen Leistungspflüger.

Als Vorsitzender der Pflügerrunde Schwaben freute sich Stefan Kremmeter, dass das Oldtimerpflügen nach der Deutschen Meisterschaft 2009 erneut mit einem hochkarätigen Wettbewerb den Weg ins schwäbische Kadeltshofen gefunden hatte. Mit Paul Braunwarth aus Langenau nahm denn auch ein Mitglied der Pflügerrunde Schwaben an der Europameisterschaft teil.

Für die stetig wachsende Gemeinde der Oldtimer-Fans ist das Wochenende in Kadeltshofen mit Sicherheit eine Attraktion, sagt Kremmeter. Schließlich können sie hier die alten bäuerlichen Maschinen nicht nur bestaunen, sondern ihnen bei der Arbeit zusehen. „Die Teilnehmer der Europameisterschaft haben teils eine mehrtägige Anreise mit ihren Fahrzeugen in Kauf genommen“, betont der Vorsitzende der Pflügerrunde. „Sie wollen dabei sein und beweisen, dass sie den anderen Leistungspflügern mit ihren modernen Traktoren und Hightech-Pflügen in nichts nachstehen.“ Ein besonderes Highlight des Oldtimer-Wettbewerbs war das Graslandpflügen – „die Königsdisziplin“, wie Kremmeter erklärt. „Hier verzeiht der Boden keine Fehler. Schon die kleinsten Fehleinstellungen an den Pflügen sind nämlich für die internationalen Wertungsrichter leicht erkennbar.“

Beim Drehpflügen mit den älteren Oldtimern machte Marius Jenniskens aus den Niederlanden das Rennen, beim Drehpflügen mit den jüngeren Maschinen kam Raymond Middleton aus Schottland auf den ersten Platz. In der Sparte „Anhängepflügen“ profilierte sich Ray Alderson aus England als Europameister. Emlyn Jones aus Wales belegte den ersten Rang unter den Beetpflügern mit den älteren Oldtimern, unter den Beetpflügern mit den jüngeren Oldtimer-Modellen wurde Harold Simms aus Nordirland zum Europa-Champion gekürt. Michael Ammich

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