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Landtechnik

Ist das Marktgewitter vorbei?

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Helmut Süß, Wochenblatt
am
06.04.2017

München - Die letzten drei Jahre war bei den Traktorneuzulassungen für den Straßenverkehr jeweils ein Rückgang zu verzeichnen, wenn auch nicht so dramatisch wie erwartet oder wie in Nachbarländern.

Helmut Süss

So lag 2014 in Deutschland der Rückgang bei rund 4 % und 2015 bei 6,9 %. Und letztes Jahr war ein Minus von 10,8 % zu verzeichnen. Dennoch scheint der innerdeutsche Traktorenmarkt im europäischen Vergleich noch stabil und auf relativ hohem Niveau. Insgesamt also ein zufriedenstellendes Gesamtergebnis? Alles noch im „grünen Bereich“ oder sind wir mittendrin im dunklen Konjukturtief? Dafür steht bildlich auch das Foto oben mit den beiden Marktführern vor Gewitterwolken im Hintergrund. Oder zieht das Marktgewitter schon wieder vorüber? Experten gehen im Traktorenbereich nach einem schwierigen Jahr 2016 von einem wieder anziehenden Marktgeschehen insbesondere im zweiten Halbjahr 2017 aus. Es bleibt spannend. Spannend auch, weil viele Schlepperhersteller in neue Produktionsstätten investiert haben. Diese Fabriken wollen ausgelastet sein. Das birgt natürlich auch die Gefahr, dass das eine oder andere Unternehmen versucht möglichst viele Traktoren in den Markt abzusetzen bzw. unter Umständen versucht, sich einen Markt über den Preis zu erkaufen.

Das bietet für die Landwirte in gewisser Weise ein Chance. Auch sie sind Unternehmer, auch sie müssen Kosten und Erlöse im Griff haben. Sie könnten aber von einem mehr oder weniger starken Überangebot profitieren bzw. gewinnen. Insbesondere, die derzeit aktuell eine Neuanschaffung vorhaben, könnten bei Preisverhandlungen entsprechende Rabatte aushandeln. Ob es Sinn macht, geplante Investitionen vorzuziehen, bleibt umstritten, denn gerade der Milchmarkt ist noch nicht zufriedenstellend und die Zukunftsprognosen sehr unterschiedlich.

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