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Silagebereitung

Siloabdeckung - endlich ohne Silosäcke

Vlies_Aufroller
Dr. Joseph Pflaum
am
11.04.2018

Ist eine Siloabdeckung nur mit Vlies möglich?

Was die Qualität der Siloabdeckung anlangt, ist Rainer Burkhart in Reinstein bei Bad Wurzach vorbildlich. All seine acht Silos werden im Rollverfahren mit Vlies abgedeckt. Damit nicht genug. Auch die Silofolie (dünne Folie) wird separat vom Vlies aufgerollt. Dank des Klettbands sind Silosäcke nur mehr an der Silowand notwendig. Dort hat Burkhart die leichteren Zwillingssäcke ausprobiert. Obwohl das sehr gut funktioniert, möchte er ganz von den Silosäcken wegkommen. Einen Anfang dazu hat er schon gemacht. Bei einem Silo wurde die bereits von ihm erfundene Technik des Wandvlieses in veränderter Form angewendet. Das Wandvlies besteht aus Einzelstücken von 4,5 m Länge und 2,0 m Breite. Vor der Abdeckarbeit liegt es unter der Wandfolie.
Wenn die Silobefüllung zu Ende ist, wird zunächst die Wandfolie eingeschlagen, dann wird die Silofolie (nur die dünne Folie von 0,06 mm) aufgelegt. Es folgt das Abrollen der Vliesbahn und zuletzt wird das Wandvlies eingeschlagen. Dieses hat an einer der beiden Längsseiten (die auf dem Futterstock liegt) einen Hohlsaum. Dieser hat zwei etwa 7 cm lange Schlitze. In jeden Schlitz ist eine Gurtschlaufe eingeführt, durch die ein 4,45 m langes verzinktes Metallrohr gesteckt wird. Das Rohr bleibt dauerhaft im Hohlsaum. Zwei gegenüberliegende Wandvlies werden miteinander durch zwei Gurte verbunden, die mit einer Schnalle (aus Edelstahl) zusammengekoppelt sind. Mit Hilfe des Rohrs verteilt sich der Zug durch den Gurt gleichmäßig über die gesamte Länge des Wandvlies. Es sei besonders hervorgehoben, dass das Wandvlies die Vliesbahn nach unten drückt und dadurch fixiert. Die komplette Vliesbahn wird ab- und aufgerollt. Die Luftdichtigkeit wird wie folgt sichergestellt: Die Wandfolie und die geschmeidige dünne Folie sind überlappt und werden durch das Wandvlies, das durch die Gurte unter Spannung steht, aufeinandergedrückt. Damit dies funktioniert, muss der Futterstock von der Wand zur Silomitte leicht ansteigen.
Was sind die Vorteile dieses Wandvlieses? Es sind keine Silosäcke mehr an der Wand nötig. Man muss keinen Graben an der Wand machen, wie er bei Silosäcken vorteilhaft ist. Im Gegenteil: Das Silo kann randvoll sein und zum Siloinnern hin stärker als normal ansteigen. Es gibt keine Probleme mit angefrorenen Silosäcken. Zudem ist die Abdeckung sturmsicher.
Was die Wirtschaftlichkeit anbelangt, muss man zwischen Investitionen und Kosten unterscheiden. Für ein Silo von 50 m Länge und 12 m Breite ist je nach Abdeckverfahren von folgenden Investitionen auszugehen:
  • Schutzgitterverfahren mit Silosäcken kosten: 1200 €. Das ergibt jährliche Abschreibungskosten (ohne Folien) von 150 €, bei acht Jahren Nutzungsdauer.
  • Vliesverfahren ohne Wandvlies (drei Vliesbahnen von je 4,5 m Breite, drei Ratschen, Silosäcke an der Wand, ansonsten Klettband) ergeben 4500 €. Die jährliche Abschreibungskosten belaufen sich auf 450 € (10 Jahre Nutzungsdauer).
  • Vliesverfahren mit Wandvlies (zwei Vliesbahnen von je 6 m Breite, Wandvlies mit Zubehör, zwei Ratschen, Klettband) kosten zusammen 5500 €. Die jährliche Abschreibungskosten sind hier 550 € (10 Jahre Nutzungsdauer). Im Vergleich zum Schutzgitterverfahren kosten die beiden Vliesverfahren nur 300 € bzw. 400 € mehr. Bei den Vliesverfahren sind die Kosten für die eingesparte Silofolie in Höhe von rund 250 € abzuziehen. Die Arbeitseinsparung bei den Vliesverfahren kostet also jährlich sehr wenig. Außerdem ist weniger Abdeckmaterial zu entsorgen.
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