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Schlepperzulassungen

Traktor-Hitparade 2017

Traktor-Hitparade
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Helmut Süß, Wochenblatt
am
05.04.2018

Die Zulassungszahlen neuer Traktoren im vergangenen Jahr sind um rund 18 % gestiegen. Grund für den Zuwachs ist aber nicht nur eine gesteigerte Kaufbereitschaft.

So wurden in Deutschland im vergangenen Jahr 33.695 Traktoren  (Vorjahr 28.746) neu für den Straßenverkehr zugelassen wie der Verein Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) Landtechnik auf Basis der amtlichen Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes ermittelte. Das sind rund 5.100 mehr als im Vorjahr und entspricht einer Steigerung um exakt 17,9 %. Mehr Traktoren innerhalb der letzten fünf Jahre wurden nur 2014 (34.611) und 2013 (36.248) verkauft.

Boommonat Dezember

Fendt Vario

Auffallend sind die hohen Zulassungszahlen im Dezember 2017. Insgesamt 7482 Traktoren wurden mit einem Kennzeichen ausgestattet. Das ist mindestens doppelt so viel wie in den übrigen Monaten und 292 % mehr als noch im November. Der Grund wird aber nicht die gestiegene Kauflust der Landwirte sein, sondern vielmehr eine strengere europäische Maschinenrichtlinie. Sie schreibt vor, dass neu zugelassene Traktoren ab 2018 spezielle Vorschriften in Sachen Sicherheit erfüllen müssen. Prominentes und sichtbares Beispiel sind die Weitwinkelspiegel, die jetzt alle neuen Traktoren haben müssen.

Hier die Analyse welche Hersteller beziehungsweise welche Modelle letztes Jahr die Nase vorne hatten. So gibt es auch dieses Jahr wieder mehrere Gewinner.

Wie die letzten 17 Jahre lag John Deere vorne mit den meisten verkauften Zugmaschinen. 2016 gelangten insgesamt 5222 neue Traktoren in den deutschen Markt. (2015 waren es noch 6279 bzw. 2014 6724 Stück).

Und wenn man nach dem meistverkauften Traktormodell geht, liegt Fendt wieder ganz vorne. Diesmal belegt Fendt sogar alle vier ersten Plätze mit ihren Verkauf-Hits. Und wie sieht es bei den weiteren Schleppertypen aus? Die Top-Ten-Plätze beherrschen abwechselnd Fendt und John Deere und Kubota mit einem beachtlichen 5. Platz bei den meistverkauften Modellen. Hier sind die beliebtesten Traktormodelle von 2017 mit den verkauften Stückzahlen und mit den jeweiligen Vorjahreszahlen (falls vorhanden) für Deutschland aufgelistet.

Die Top-Modelle

Fendt 516 Vario

1. Platz: Fendt 724 Vario (237 PS) mit 783 Einheiten (Vorjahr 630).
2. Platz: Fendt 516 Vario (163 PS) erreichte 557 Stück (Vorjahr 553).
3. Platz: Fendt 313 Vario (132 PS) mit 515 Einheiten (Vorjahr 440).
4. Platz: Fendt 718 Vario (181 PS) mit 405 Einheiten (Vorjahr 331).
5. Platz: Kubota BX2350 (20 PS) mit 362 Stück (Vorjahr 217).
6. Platz: Deutz-Fahr 5080 D Ecoline (75 PS) mit 356 Einheiten (Vorjahr 5070D (72 PS)  205 Einheiten).
7. Platz: John Deere 6215 R (256 PS), 350 Stück (Vorjahr: 341).
8. Platz: John Deere 5055E (56 PS) mit 340 Einheiten (Vorjahr 277).
8. Platz: John Deere 6155R (196 PS) mit 340 Stück (Vorjahr 277).
10. Platz: Fendt 209 Vario (41 PS) mit 288 Einheiten.
11. Platz: Fendt 720 Vario (201 PS) erreichte 271 Stück (Vorjahr 270).
12. Platz: New Holland T4.55 (58 PS) mit 255 Einheiten.
13. Platz: Fendt 211 Vario (49 PS) wurde 237-mal verkauft.
13. Platz: Deutz-Fahr Agrotron 6165 (163 PS) mit 237 Einheiten
15. Platz: Claas  Arion 650 (175 PS) und 229 Einheiten.
16. Platz: John Deere 6130R (155 PS) erzielte 222 Einheiten.
17. Platz: John Deere 6145R (185 PS) kam auf 221 Stück.
18. Platz: Case IH/Steyr Farmall 75/Kompakt 4075 (75 PS) erreichte 220 Einheiten.
19. Platz: Fendt 828 Vario (287 PS) mit 216 Einheiten.
20. Platz: Fendt 209 Vario (46 PS) kam auf 215 Stück.

Wer ist Markenführer?

John Deere

Wer spielte in Deutschland die erste Geige? An der Spitze gibt es seit Jahren ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Auch im letzten Jahr konnte John Deere für alle zugelassenen Traktoren insgesamt seine führende Stellung behaupten und erzielte einen Marktanteil von 18,4 % (Vorjahr 18,2 %), das waren 6.187 Einheiten. Damit ist John Deere zum 18. Mal in Folge Marktführer auf dem deutschen Traktorenmarkt.

Mit 5.774 (Vorjahr 4602) zugelassenen Traktoren erreichte Fendt einen Marktanteil von 17,1 % (Vorjahr 16,0%). Werden nur Traktoren über 51 PS berücksichtigt, so hatte Fendt 4.270 Schlepper (Vorjahr: 3.678 Einheiten, 17,4 % Marktanteil) verkauft und einen Marktanteil von 18,5 % (Vorjahr 17,4 %). Auch hier hat John Deere mit 19,1 % Marktanteil einen leichten Vorsprung.

Im letzten Jahr konnte Case IH/Steyr keine Marktanteile hinzugewinnen, im Gegenteil mit 3.006 Einheiten kamen sie auf einen Marktanteil von 6,5 % (2016: 8,3 %, 2.197 Einheiten). Deutz-Fahr kam auf insgesamt 2.743 Traktoren (Vorjahr 3.236) und einen Marktanteil von 8,9 % (2016: 9,5 %). Claas konnte sich letztes Jahr ebenfalls nicht am Markt durchsetzen. 2181 verkaufte Einheiten im Vergleich zu 2048 Stück im Jahr 2016, das ist ein Minus von 0,6 % Marktanteilen. Kubota verkaufte 2017 insgesamt  2.727 Traktoren (Vorjahr 2021), das ist ein dickes Plus von 7,0 auf 8,1 % bzw. ein Zugewinn von wichtigen Marktanteilen. Die Japaner haben mit neuem Werk in Frankreich und neuen Modellen auch über 100 PS endgültig nun auch Europa im Visier und zählen neben Fendt zu den Gewinnern letztes Jahr.

Gewinner und Verlierer

Fendt Vario 313

Hier eine Zusammenstellung der Gewinner und Verlierer.
Echte Marktanteile hinzugewonnen haben:
Fendt (+1,1 %),
Kubota (+1,1 %),
Massey Ferguson (+0,5 %),
Valtra (+0,5 %),
John Deere (+0,2 %).

Stabil geblieben bzw. mehr oder weniger Marktanteile verloren haben:
Same-Lamborghini (-0,2 %),
Deutz-Fahr (-0,6 %),
Claas (-0,6 %),
New Holland (-0,7 %),
Case/Steyr (-1,8 %).

Konzern-Ranking

Deere Kubota

Weltweit geben sechs Landtechnik-Konzerne mit knapp 80 % Marktanteil den Ton an. Für den deutschen Markt gab es doch kleine Veränderungen, wenn man die verkauften Traktoren heranzieht: Agco spielt mit den Marken Fendt, Massey Ferguson und Valtra wieder die erste Geige, mit insgesamt verkauften Schleppern (2017: 8.285), das entspricht einem Marktanteil von 24,6 % (2016: 6.474) und damit ein sattes Plus von 2,1 %.

Wieder Platz 2 belegt John Deere mit 6.187 Einheiten und 18,4 % Marktanteil (2016 waren es 5.222 Traktoren und 19,5 % Marktanteil) und verzeichnet damit ein leichtes Plus von 0,2 %.

Auf den 3. Platz ist CNH mit den Marken Case IH/Steyr und New Holland, sie  verkauften 4.285 Traktoren (2016: 4.362) und kamen auf einen Marktanteil von 12,7 % (Vorjahr 15,2 %), das entspricht einem kräftigen Minus von 2,5 %.

Die nächsten Plätze belegt die SDF-Gruppe mit den Marken Same, Deutz-Fahr, Hürlimann und Lamborghini mit einem Marktanteil von 10,8 % (Minus von 0,9 %) sowie Claas mit  6,5 % Marktanteil (2015 waren es 7,1 %).

Österreich legt auch zu

Im Jahr 2017 wurden in Österreich 5.603 neue Standard-, Obst- und Weinbautraktoren zugelassen, 587 Einheiten oder 11,7 % mehr als im Jahr 2016. Marktführer bleibt Steyr vor Lindner und New Holland. Nach Jahren des Rückgangs ist der Traktorenmarkt in Österreich wieder kräftig gewachsen.

Die drei erfolgreichsten Anbieter des Jahres 2016 führen die Zulassungsstatistik auch des Vorjahres an: Steyr mit 1.001 Einheiten oder einem Marktanteil von 17,9  %, Lindner mit 16,7 % und 933 Traktoren sowie 623 New Holland-Schlepper mit 11,1 % Marktanteil.

Die weiteren Plätze belegen Fendt 572 Schlepper (10,2 %) (2016: 10,1 %), Massey Ferguson 572 Schlepper (9,5%) (2016: 8,4 %), John Deere mit 405 Schlepper (7,2  %) (2016: 10,0 %), Deutz-Fahr 339 Schlepper (6,1 %) (2016: 6,3 %) und Valtra 211 Einheiten (3,8  %) (2016: 3,6 %),  Claas 209 Schlepper (3,7 %) (2016: 3,1 %) sowie Same 206 Stück (3,7 %) (2016: 3,1 %). Bedeutendere Marktgewinne erreichten 2017 Lindner und Massey Ferguson.

Der Absatz an Zweiachsmähern entwickelte sich in Österreich ebenfalls äußerst positiv. 2017 wurden in der Alpenrepublik 209 neue Zweiachsmäher zugelassen, 2016 waren es 109 Stück. Es dominierten wieder Reform (60,77 %) und Aebi (24,88 %).

Hohes Niveau in Europa

Nach Angaben des Europäischen Dachverbandes der Landmaschinenindustrie (CEMA) gab es 2017 insgesamt eine positive Entwicklung auf dem europäischen Landtechnikmarkt insbesondere bei den Traktoren. Im Vergleich zum  Vorjahr sind die Traktorzulassungen 2017 in 30 europäischen Ländern um 12,8 % auf 161.235 Stück angestiegen.

Die Entwicklung im Traktorenbereich bleibt somit auf einem hohen Niveau. Die voraussichtliche Entwicklung für 2018 schätzt die CEMA verhalten optimistisch ein. Die europäischen Experten prophezeien für 2018 ein geringeres Wachstum im Vergleich zum Vorjahr.

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