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Digitalisierung

Vernetzung im Kuhstall kommt voran

Bernd Scherer
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Ulrich Graf, Wochenblatt
am
29.03.2018

Die Digitalisierung verspricht Zeitersparnis und Effizienzsteigerung. Letzt endlich entscheidet aber der Nutzen für den Einzelbetrieb. Deshalb ist es auch so wichtig, dass Industrie und Landwirtschaft eine tragfähige Digitalstrategie entwickeln

In der Milchviehwirtschaft herrscht Aufbruchstimmung. Das weltweite Nachfragehoch des Vorjahres wirkt sich auf die Milcherzeuger in Deutschland und Europa anhaltend positiv aus. Entsprechend hoch ist die Investitionsneigung in der Branche. In den zurückliegenden 12 Monaten lagen die Auftragseingänge der Hersteller von Melk-, Kühl-, Fütterungs- und Futtererntetechnik durchgehend zweistellig im Plus.

Der digitale Vorteil liegt im Prozess

„Die Vernetzung im Kuhstall kommt mit großen Schritten voran. Denn die Milchviehhalter setzen auf Effizienz und Tierwohl“, sagte Dr. Bernd Scherer, Geschäftsführer des VDMA Landtechnik, im Rahmen des VDMA-Milchforums 2018. „Digitalisierung zu verstehen, heißt für uns in erster Linie Prozesse zu verstehen“, erläuterte Scherer. Insofern reiche es nicht aus, „eine möglichst beeindruckende Zahl an smarten Tools auf den Markt zu bringen“. Im Kern gelte dasselbe wie für Maschinen aus Eisen und Stahl: „Der Nutzen entscheidet. Deshalb ist es auch so wichtig, dass Industrie und Landwirtschaft eine tragfähige Digitalstrategie entwickeln.“

Den Arbeitsaufwand um 20 Prozent reduzieren

Bäuerliche Familienbetriebe profitieren davon ebenso wie die Großflächenlandwirtschaft. Ganz besonders gefordert ist die Milchviehwirtschaft, die für rund 40 Prozent des landwirtschaftlichen Produktionswertes in Deutschland steht. „Die Wachstumsschwelle liegt heute bei 50 Kühen. Ab dieser Bestandsgröße lohnt es sich zu automatisieren“, sagte Dr. Bernhard Haidn, Koordinator des Fachgebiets Tierhaltung und Automatisierung der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL). Eine aktuelle Studie der LfL macht deutlich, dass automatische Melksysteme den Arbeitsaufwand im Vergleich zu konventioneller Technik um 20 Prozent reduzieren.

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