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Gülle

Zum Verschleudern zu schade

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Helmut Süß, Wochenblatt
am
10.06.2016

München - Gülle ist ein hochwertiger Mehrnährstoffdünger.

Helmut Süss

Dünger ganz allgemein sollte in der richtigen Menge, zum richtigen Zeitpunkt, exakt und verlustarm ausgebracht werden. Was sich so einfach anhört, ist bei der organischen Düngung gar nicht so leicht in die Praxis umzusetzen. Hilfreich könnte hier ein Gülleplan bzw. -kalender sein. Das wäre ein guter Ansatz für ein Güllemanagement. Ganz entscheidend rund um die Gülleproblematik ist eine ausreichende Lagerkapazität. Mit den geplanten verlängerten Sperrfristen sollte der Lagerraum für mindestens ein halbes Jahr vorgehalten werden. Dann muss, wenn man ausbringen darf und kann, alles möglichst zügig, kostenorientiert und dennoch bodenschonend erfolgen. Eine rationelle Ausbringung der Gülle kann man selbst oder überbetrieblich durchführen. Aber künftig ist noch mehr Schlagkraft, insbesondere im Frühjahr, gefordert. Ein Lösungsansatz ist das getrennte Transport- und Ausbringungsverfahren. Im Feld sind dafür Selbstfahrer oder Güllefässer mit bodenschonendem Fahrwerk prädestiniert. Auf der Straße fahren spezielle Zubringergespanne (evtl. über Lkw) entsprechend kostengünstig. Und die Gülle muss möglichst schnell in den Boden, um Emissionsverluste vor allem von Ammonium zu vermeiden. Eine gute Stickstoffversorgung der Felder und Wiesen ist abhängig vom optimalen Einsatzpunkt und der schnellen Einarbeitung. Zudem kann der Anbau von Zwischenfrüchten oder die Zugabe von Stabilisatoren die Ausnutzung des Stickstoffes verbessern. Angesichts der hohen Mineraldüngerpreise darf nicht vergessen werden: Gülle ist ein hochwertiger Mehrnährstoffdünger. Doch wer weiß genau, welche und wie viele der verschiedenen Nährstoffe im jeweiligen Güllefass drin sind. NIR-Systeme können sehr genau die Nährstoffe messen. Wenn man das alles berücksichtigt und einen Plan hat, dann fällt es vielleicht leichter, die Gülle zum richtigen Zeitpunkt, in der richtigen Menge und verlustarm auszubringen.

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